Droben am Karauschenteiche, dem Auge der Bergheide, saßen Jockele und Hanna. Sie hatten nun das brüderliche Du füreinander erfunden, und Hanna nannte ihn im fröhlichen Sonnenrausch ihrer Hochwelteinsamkeit den »Mann mit den drei Frauen«.

»Na, hör mal!« sagte Jockele in lustiger Entrüstung.

»Es ist dennoch so! Du machst es der Gwendolin und mir furchtbar schwer, dich nicht über Gebühr liebzuhaben.«

»Das könnt ihr halten wie ihr wollt,« sagte Jockele.

Da legte sie ihm den Arm um den Nacken und drei schwesterliche Küsse auf den Mund. »Ist das nicht über Gebühr, mein Herr?«

»Ach Unsinn,« sagte er.

»Nun, so soll Do entscheiden!« antwortete sie ein bißchen ärgerlich; denn sie hatte aus den rückwärtigen Tagen die Überzeugung gewonnen: ihre Wette von der Hochzeitstafel würde für sie verloren. Da fiel es auch dem Jockele wieder ein, daß er damals in überschießender Lust dagegen gesetzt hatte. »Du hast Angst um deine Mark,« spottete er.

Da lachte sie: »Ach nein – um die Richtigkeit meiner Ansicht! Entweder hab' ich damals Unsinn geredet oder – Jakobus Sinsheimer ist eine Ausnahme von der Regel.«

»Nach so kurzer Zeit läßt sich das noch nicht mit Sicherheit feststellen,« scherzte er. »Wir müssen wohl warten bis zu meinem Tode.«

»Du hast fürchterliche Angst um deine Mark!« vergalt sie ihm nun. Sie küßte ihn in jähem Übermute noch dreimal und sagte: »So, nun hast du deine Wette verloren! Es ist rein zum Verzweifeln.«