»Ja, tue das,« sagte Do, »es wird dir nicht schaden. Ein Mann ohne Frau ist ein Halbnarr. Mit einer Frau ohne Mann steht es nicht so schlimm; aber die Weisheit, daß wir ja doch nicht alle heiraten können, ist ein windiger Trost, und sie ist von alten Jungfern erdacht als Decke für ihre greuliche Erkenntnis: ich bin durchs Examen gefallen.«

»Paßt nicht für mich!« erriet Gwendolin.

»Aber du hast auch keinen gefunden, der dich hätte deinem Trotz abringen wollen. Zuletzt traut dir keiner zu, daß du ihm zuliebe ein Stück von dir selbst aufgeben könntest.«

Gwendolin dachte an Henrik Tofte und an sein Wort von der Malerei. Das wandelte sie nun ab und sagte: »Die Ehe ist eine verdammte Kunst.«

So schritten sie froh, nachdenklich und wachsam gegen sich selbst in Sonne.

Hanna hatte schon wiederholt gegen die Sägemühle geschaut, ob Woldemar nicht käme. »Ich weiß nicht, warum er uns warten läßt,« sagte sie.

»Nun, er wird eine kleine Ausstaubung an Rolf Krake vornehmen,« meinte Do, »man wird damit nicht so rasch fertig, wie man denkt. Ich kenne das. Es gibt in dieser Seele Winkel voll Dämmerungen. Rolf Krake ist wie eine alte Burg, vollkommen eingerichtet, aber es wohnt ein Sonderling darin, und neben ihm ein Haufen wunderlich Wesen, wie es sich in solch einem abseitigen Bauwerk festsetzt …«

Wenn sie von Rolf Krake redeten, kamen sie so bald nicht los. Es wurden da immer neue Entdeckungen gemacht, und man gelangte doch zu keiner Lösung.

»Dazu müßte man Seelenarzt sein oder Schriftsteller, hat mein Jockele gestern abend zu mir gesagt,« erzählte Do.