»Das tu ich ja schon, teure gnädige Frau! In meiner Kammer schreib ich's auf und am anderen Morgen geh' ich in den Erlkönig …«
»In den Erlkönig?«
»Ja. Das ist ein Gasthaus da drüben in der Nähe der Ilm, da haben sie ein Klavier …«
So fand sich nun dieser Erich Meyer mit dem Leben ab!
»Und Ihre Villa?« fragte Do.
»Ach, da ist doch das kleine Dienerhaus im Apfelgarten, wissen Sie, wo Jockele mit der Husch den armen Heinrich aufgeführt hat und mit Felidora Geburtstag feierte« – Cornelius war wirklich sehr lustig – »und wohin Fräulein Gwendolin den Teekessel geschickt hat … gnädige Frau, gnädige Frau,« sagte er mit geheimnisreichem Gesicht, »ich glaube, in dem kleinen Haus steht ein großes Sprungbrett ins Leben!«
Ein paar Tage später zog Peter Cornelius in den Apfelgarten; denn Do machte ihm weis, das Wohnen dort wäre nicht nur nicht teurer als in der Dachkammer, sondern es kostete gar nichts. Es gehörte auch dazu wieder List; denn Meyer durfte es anders nicht erfahren. Dahinein kam auch der Stutzflügel aus Bonn, an dem Do im Flügelkleide geübt hatte. Erichs Glück war vollkommen. Er las um diese Zeit häufig und sehr nachdenklich den »Ring des Polykrates«.
Auf einmal ward er drei Tage nicht in der Welt gesehen, obwohl er doch nun ein vornehmer Herr geworden war. Er erklärte sich diese drei Tage lang für den unglücklichsten Narren und hätte sich am liebsten sein undankbares Herz ausgerissen. Warum denn? Ach, er hatte da neulich im Wintergarten der Frau Do alle blutjungen Streiche an den Fingern hergezählt, die dem Jockele in dem kleinen Hause gelungen waren! Und das hatte dieser Erich Meyer fertiggebracht in dem Augenblick, in dem ihm Do den Stutzflügel verhieß! Nun kam er sich vor wie –
Auf einmal donnerte es heftig an die braune Tür. Fra Mariano trat herein. »Sie, Cornelius, was wissen Sie denn von Gwendolin und Richard Schaffrath?«
»Hm. Eigentlich weiter nichts, als daß sie gewissermaßen mit Henrik Tofte verlobt ist.«