»Je nun, es überfällt Sie ja nicht,« antwortete er. Es war nicht ohne Spott.
»Eigentlich nicht,« sagte Jockele, »wir haben es gefürchtet. Aber Do will es durchaus nicht zum äußersten kommen lassen. Wenn Metting erst um Gwendolin wirbt, wird sie ihn nicht abweisen – verlassen Sie sich darauf, und dann ist das Unglück fertig! Es ist nicht zu glauben, wie erstaunlich die Unordnung ist, in die sie geraten. Bedenken Sie doch: dies kluge und aufrechte Mädel!«
Hm. Es war wirklich eine höchst unangenehme Geschichte.
Schaffrath konnte sehr undurchsichtig sein; er war es heute doppelt. Jockele ärgerte sich darüber und sagte: »Richard Schaffrath, Sie sehen aus wie ein Bräutigam auf dem Wege von der Kirchtür zum Altar.«
»Wie sieht denn der aus?«
»Versteinert.«
Der Professor prüfte ihn daraufhin. Seit die Herren unter sich waren, zuckte es ihm unausgesetzt um die Lippen wie Spott und Schadenfreude … »Und Sie, Professor,« sagte Jockele, »Sie sehen aus, als sezierten Sie ein Drama von Maeterlinck.«
»O nein,« sagte er, »mein Vergnügen ist viel größer.«
»Es wäre besser, Sie machten sich um uns ein bißchen nützlich,« scherzte Jockele, aber er sprach nicht ohne Bitterkeit. Der Schlachtenmaler schritt indes auf dem Teppich hin und her wie ein Löwe im Käfig. Der Lösung seiner schwierigen Frage kam er nicht näher. Und die Augen Salzers liefen funkelnd hinter ihm drein. Endlich lehnte der Professor sich in seinen Stuhl zurück, faltete die Hände über der Uhrkette und verfiel in ein ungeheueres Lachen. Jockele stand hilflos am Tisch, Salzer lachte in einemfort, und Schaffrath tat, als wäre dieser Ausbruch des Vergnügens eine Selbstverständlichkeit: er kümmerte sich nicht darum.
»Zum Teufel,« rief Jockele, »was soll denn das heißen?«