»Ich aber werde den Diener Fritz rufen und augenblicklich meine Koffer packen lassen,« sagte Jockele.

»Doktor,« gebot Salzer, »machen Sie keine Späße!«

»Wollen Sie die Gwendolin denn ganz zerreißen?«

»Nun, es ist eine Gewaltkur,« sagte der Professor. »Vor reichlich drei Wochen haben wir uns die Sache in meiner Turmstube ausgedacht. Aber – ist denn der steinerne Ritter Schaffrath zu einem Worte zu bewegen gewesen?«

»Die Würze des Lebens ist in solchen Dingen ahnungslos wie der Sommerhimmel,« sagte Schaffrath.

»Warum sind Sie denn dann zu mir gekommen? Und was hab' ich Ihnen gesagt? Schämen Sie sich, Schaffrath, so ein großer, schöner, tüchtiger Mensch …«

»Als ob's bei den Mädchen darauf ankäme!« lächelte Schaffrath bitter, »hieß es nicht, Gwendolin hätte sich versprochen mit Henrik Tofte? Hieß es nicht, sie wäre heimlich verlobt mit dem Grafen Metting? Wollen Sie mich denn vor Gwendolin und der Welt zum Narren machen, indem Sie –«

»… mich auf das zwiefach verhürdete Schäflein loslassen!« vollendete der Professor die Rede des Schlachtenmalers. Er konnte sich nicht helfen – für ihn war dieser Zusammenstoß der Ereignisse ein Quell erschütternder Heiterkeit. »Ich begreife nicht, warum Sie nicht lachen, meine Herren! So helfen Sie mir doch – lachen wir, daß die Wände wackeln und in den Gemächern der Damen –«

»Hab' ich nicht gesagt: die Würze des Lebens ist ahnungslos wie der Sommerhimmel?« fragte Schaffrath. Darüber bekam Jockele das Laufen und stampfte nun seinerseits über den Teppich. Er rang mit beidem: mit dem Lachen und mit der Verzweiflung. Salzer aber begann ein Examen. »Ist Gwendolin verlobt?«

»Nein.«