»Und Sie, Professor, hätten Sie sich nicht für Ihren Freund in die Schranken werfen können?«

»Na, ich bitt' Sie, ich habe doch kein Heiratsbureau!« schrie Salzer in heller Entrüstung.

So sprangen sie rings um den toten Punkt und bekamen das Wirbeln, aber vom Flecke kamen sie nicht.

»Hier muß etwas geschehen,« sagte der Professor. »Ich übernehme die Verantwortung!« Er drückte mit fester Hand auf die Klingel und nahm den Brief vom Tisch …

»Ich betrete dies Haus drei Wochen nicht mehr!« rief Schaffrath.

Aber Salzer befahl: »Fritz, bringen Sie diesen Brief zu Fräulein Gwendolin Vogelgesang. Sagen Sie: eine Antwort würde vor Ablauf von drei Wochen nicht erwartet.« Fritz wiederholte den Befehl und verschwand. Salzer und Schaffrath verschwanden auch. »Wollen Sie mich nicht mitnehmen?« fragte Jockele. – »Kommen Sie!«

So schritten sie hinaus in den stürmischen Abend. Peter Cornelius aber saß am Flügel und vergaß Zeit und Ewigkeit. Halb zehn Uhr spielte er immer noch. Da ging Do hinein zu ihm und sagte: »Möchten Sie nicht mit uns zur Nacht essen? Es ist zwar schon reichlich über die Stunde, und wir sind ganz allein …«

Erich Meyer tat einen harten Fall auf die Erde – was aber nicht wörtlich zu nehmen ist – und erwachte aus tiefen Träumen; denn er erfuhr, daß die Herren mittlerweile im Rauchzimmer ein Gelage gehalten hätten und abhanden gekommen wären, und daß er seit länger als drei Stunden am Klavier gesessen.

Gwendolin war auch im Speisezimmer. »Sehen Sie, lieber Meyer, das ist Ihre Art, das Leben zu verpassen,« sagte sie mit einem fröhlichen und einem traurigen Auge. »Ich glaube, an diesem Punkt begegnen wir uns. Man wird darüber leicht zu einer komischen Figur, lieber Meyer.«

»Wohl, wohl,« sagte er, »aber das ist mir ganz egal. Ob der Mensch glücklich ist, darauf kommt's an! Und darin nehm' ich es mit ihnen allen auf, seit ich mein Landhaus besitze und meinen Stutzflügel.«