»Ha, es wäre schlimm!« unterbrach sie Metting.

»… nicht in ihren Taten, sondern in ihren Träumen! Sie läßt ihre Träume vom Leben ausfliegen wie Noah den Raben oder die Taube aus dem Kasten: sie finden nicht, da ihr Fuß ruhen kann. Aber einer bringt den Ölzweig. Und danach ist es gemeinhin vorbei mit dem abenteuerlichen Flug über den wogenden Wassern. Sehen Sie, so mein' ich das.«

»Nicht übel,« sagte er, »und recht spitzfindig ausgedacht. Nun, Frauen sind um eine Entschuldigung niemals verlegen.«

»Männer auch nicht,« sagte sie. »Aber ich habe gar nicht das Bedürfnis, mich vor Ihnen zu entschuldigen; sondern die Dinge liegen einfach so: in dem Augenblick, in dem auch mein Herz in die Lage kam, zu wählen zwischen Richard Schaffrath und dem Grafen Metting, entschied ich mich für Richard. Wir haben uns in der vorigen Stunde verlobt.«

»Hoh!«

»Ja. Die Liebe ist ein Geist; sie kann nicht reden, eh' ihr nicht ein Wort oder Zeichen gegeben wird. Die Liebe ist ein Geist; aber dieser Geist wird erlöst, wenn er weiß, man verlangt nach ihm.«

»Nun, ich habe Ihnen Zeichen genug gegeben, Gwendolin.«

»Aber als der andere die Sprache fand, blieb mir keine Wahl: mein Herz flog ihm in Seligkeit nach.«

»Hm. Dann wäre wohl meine Aufgabe unter diesem Baum erfüllt?«

»Ich glaube es,« sagte Gwendolin.