Abb. 43. Sennhütten auf der Seiser Alp.
(Nach einer Photographie von Fritz Gratl in Innsbruck.)

Karls des Großen Staats- und Kriegskunst zertrümmerte das Reich der Longobarden und jenes der Bayernherzoge. Tirol zerfiel zunächst in eine Anzahl von Grafschaften, die von Grafen verwaltet wurden. Sie gehörten zum Herzogtume Bayern, das aber zunächst nicht mehr von einer eigenen Dynastie, sondern von den Karolingern regiert ward. In Trient dagegen ward im Jahre 1027 der dortige Bischof politischer Herrscher und deutscher Reichsfürst; seine Stellung als solcher wurde durch Kaiser Barbarossa gefestigt und gesichert.

Unter den schwächeren Nachfolgern Karls des Großen gelang es indessen in Tirol dem dortigen Adel, sich rasch eine größere politische Gewalt und Selbständigkeit zu verschaffen. Namentlich waren es die mächtigen Geschlechter der Grafen von Tirol, von Eppan und von Andechs, die nach und nach den größten Teil des Landes unter ihre Herrschaft brachten.

Besitz der Bischöfe.

Für die Deutschen Kaiser mußte Tirol, als kürzester und bequemster Durchgang nach Italien, wertvoll sein. Ihnen mußte daran gelegen sein, die Alpenthäler in ganz zuverlässige Hände zu bringen. Die sächsischen und fränkischen Kaiser suchten sich als politische Stützen namentlich die Bischöfe. So Konrad II. den Bischof von Trient, dem er die Grafschaften Trient, Bozen und Vintschgau verlieh; Heinrich IV. den Bischof von Brixen, dessen Besitzungen, mit denen ihn der Kaiser belehnte, von Klausen über den Brenner bis ins Unterinnthal und durch das Pusterthal bis zur Freisingschen Herrschaft Innichen reichten.

Abb. 44. Schloß Tratzberg (Unterinnthal).
(Nach einer Photographie von Fritz Gratl in Innsbruck.)

Abb. 45. Königszimmer in Schloß Tratzberg.
(Nach einer Photographie von Fritz Gratl in Innsbruck.)

Tirol im XII. Jahrhundert.