Abb. 51. Vor dem Tanz.
(Nach einer Originalphotographie von Franz Hanfstaengl in München.)
Den ganzen Heldenmut und die unvergleichliche Treue der Tiroler aber sehen wir wieder während der Napoleonischen Kriege erwachen. Das geschah schon im Jahre 1797, als in der Schlacht von Spinges der Tiroler Landsturm ein französisches Heer unter General Joubert in die Flucht geschlagen hatte. Aber das Größere sollte erst zwölf Jahre später kommen.
Abb. 52. Der Vogelweidhof.
(Nach einer Photographie von Fritz Gratl in Innsbruck.)
Tiroler Unabhängigkeitskampf.
Im Jahre 1805 war Tirol durch den für Oesterreich so unglücklichen Preßburger Frieden an Bayern abgetreten worden; bayerische Behörden hatten die Verwaltung übernommen. Mancherlei Maßregeln der bayerischen Regierung standen im Widerspruch mit den alten Gewohnheiten des Volkes, dessen religiöser Eifer auch durch seine Geistlichen gegen die aufgedrungene Herrschaft entflammt ward. So konnten, als im Jahre 1809 der Krieg zwischen Österreich und Napoleon wieder ausbrach, in Tirol sofort die Flammen des Aufstandes hoch emporschlagen. Andreas Hofer, der Sandwirt von Passeier (Abb. [17] u. [18]), ward zum begeisterten Führer der Tiroler Landesverteidiger, Joseph Speckbacher, ein Bauer aus Rinn im Unterinnthal, zum geistigen Leiter der kriegerischen Thaten, dessen Adlerblick und verwegener Mut die schwersten Situationen beherrschte. Der Kapuziner Haspinger half mit entflammender Rede. Im Pusterthal entbrannte der Aufstand zuerst; dort ward schon im April eine kleine bayerische Abteilung zurückgedrängt nach Sterzing, wo sie von Hofer gefangen ward. Am 12. April ward die Besatzung von Innsbruck durch Speckbacher überwältigt; die Hauptmacht der Bayern und Franzosen, die sich, 4600 Mann stark, über den Brenner gegen Innsbruck zurückgezogen hatte, mußte bei Wilten kapitulieren.
Abb. 53. M. Schmid: Abgestürzt.
(Nach einer Photographie von Fr. Hanfstaengl in München: Buchdruckrecht der Illustrierten Zeitung in Leipzig.)
Tirols Befreiung.