Abb. 140. Becher mit Kaiserin Elisabeth-Haus.
(Nach einer Photographie von Fritz Gratl in Innsbruck.)

Abb. 141. Brixen ums Jahr 1575.
(Nach dem gleichzeitigen Stich von Braun & Hogenberg.)

Ultenthal.

Ein anderes großes Seitenthal des Etschthals, auch bei Meran sich öffnend, ist Ulten, durch das die Valschauer fließt. Es zieht in südwestlicher Richtung hinan zur Ortlergruppe. Der Eingang in das Thal führt durch einen schönen, mit alten Kastanien geschmückten Naturpark und durch Rebengärten an den alten Schlössern Braunsberg und Eschenloh vorüber, durch deren Gemäuer sagenhafte Schatten schwanken und über denen in den granitenen Thalwänden die Ultner Sage Hexenschwärme sich umtreiben läßt. Weiter einwärts findet man Thonschiefer- und Porphyrbildungen; dort liegt als Hauptort von Ulten Sankt Pankraz und hoch darüber auf luftiger Berghalde Sankt Helena. In einer Enge zeigt sich weiterhin das viel besuchte Mitterbad (946 m), ein vitriolhaltiger Eisenquell. Nun steigt der Weg steiler im Thalgrund hinan; es folgen noch ein paar kleine Ortschaften; endlich als letzte Sankt Gertrud (1470 m). Von hier laufen noch Jochsteige in die Nachbarthäler: nordwestlich über einen vergletscherten Grat ins Martellthal; südwestlich am einsamen Corvosee vorüber zu den vielbesuchten Bädern von Rabbi im Val di Sole (Sulzberg). Das ganze Ultner Thal ist durchaus deutsch, neben welscher Nachbarschaft; nur ihre alten Volkstrachten hat die Bevölkerung gegen die wohlfeilen Italienerkittel vertauscht, trotz ihrer Wohlhabenheit. Allgemein gelten die Ultner als das lustigste Völkchen in Südtirol.

Abb. 142. Brixen.
(Nach einer Originalphotographie von B. Johannes in Partenkirchen-Meran.)

Abb. 143. Kreuzgang im Dom zu Brixen.