Abb. 188. Alleghe-See.
(Nach einer Photographie von Würthle & Sohn in Salzburg.)

Diese Thäler sind, von Westen nach Osten gerechnet: das Fleimser- und Fassathal nebst seinem südlichen Nachbargebiet, dem Valsugana und dessen Seitenthälern, die Thäler von Canale und Primiero, das oberste Thal des Cordevole (Buchenstein) und das Ampezzothal. Fremdartig sind uns Deutschen die Landschaften, fremdartig die Orte und Häuser, fremdartig die Bewohner. Sagte es uns nicht die Karte, so wüßten wir nicht, ob wir in Tirol oder in Italien sind. Nur in den oberen Teilen dieser Thäler umrauscht uns noch der heimische Fichtenwald, grüßen uns noch deutsche Laute.

Abb. 189. Ampezzanerinnen.
(Nach einer Photographie von Fritz Gratl in Innsbruck.)

Abb. 190. Misurina-See.
(Nach einer Photographie von Würthle & Sohn in Salzburg.)

Avisiothal

Unter diesen Thälern ist das des Avisio das ausgedehnteste. Es mündet bei Lavis in das Etschthal und zieht, 75 km lang nach Nordosten, ins Herz der Dolomitalpen, im untersten Teile Val di Cembra (Zimmers), weiter aufwärts Val di Fiemme (Fleimserthal), im obersten Teile Fassathal genannt, berühmt durch seine merkwürdigen geologischen Erscheinungen und seine großartigen Landschaftsbilder. Bei seiner großen Längenerstreckung enthält es eine bedeutende Anzahl von Seitenthälern, von welchen die längeren und wichtigeren nach Süden und Osten ziehen. Die herrschenden Gesteinsarten sind roter Porphyr und Dolomit; aber man findet auch andere Kalksteinarten, ferner schwarzen Augitporphyr, Granit und Sandstein.