Abb. 191. Caprile, gegen Civetta.
(Nach einer Photographie von Würthle & Sohn in Salzburg.)
Val di Cembra. Fleimserthal.
Den Namen der untersten Thalstufe, des Val di Cembra, hat man mitunter von den Cimbern abgeleitet; in der That trägt die Bevölkerung deutsche Züge, obgleich sie italienisch spricht. Hier herrscht in der Landschaft der rote Porphyr, durch den der Avisio sich in schluchtenartigem Bette schäumend und grollend hindurchzwängt. Hauptort dieser Thalstufe ist Cembra, auf sonniger Hochfläche. Dieser Teil des Thales sieht keinen Fremdenzug; letzterer zieht gewöhnlich die schöne Kunststraße vor, welche aus dem Etschthale bei Neumarkt gleich in den mittleren Teil des Thales, ins Fleimserthal führt.
Abb. 192. San Martino, gegen Cimon della Pala.
(Nach einer Photographie von Würthle & Sohn in Salzburg.)
Fleimserthal. Fassathal.
Auch im Fleimserthale findet man deutsch aussehende Menschen; die Sprache ist italienisch. Diese Thalstrecke hat ein seltsam zusammengewürfeltes Gestein zur Unterlage: roten und schwarzen Porphyr, Granit und Sandstein; und auf dieser Unterlage ragen dann die Dolomitzacken empor. Hauptort von Fleims ist das stark bevölkerte Cavalese ([Abb. 184]) mit stattlicher gotischer Kirche. Die schöne Straße windet sich, von Cavalese thaleinwärts, an der nördlichen Thalwand hin, mit beständigem Ausblick auf den freundlichen grünen Thalboden und den Lauf des Avisio. So geht es über Tesero, Panchia und Ziano nach der fruchtbaren Thalweitung von Predazzo ([Abb. 185]). Dieses ist der geologisch merkwürdigste Punkt des ganzen Thales, mit einer ganz außerordentlichen Mischung von Gesteinsarten. Hier mündet von Osten her das Thal Paneveggio, fast völlig unbewohnt, aber mit einer hoch interessanten Jochstraße (Rollepaß) nach San Martino di Castrozza.
Abb. 193. Primiero.
(Nach einer Photographie von Würthle & Sohn in Salzburg.)