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Zur Zeit der Kreuzzüge war bei der Taufe völlige Nacktheit erforderlich. Und zwar erstreckte sich diese auch auf die Damen der „Heiden“ bzw. Mohammedaner, denen beizuwohnen den christlichen Rittern sicherlich Vergnügen bereitete[263].

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Der Beichtvater hatte das Recht, sein Beichtkind zu schlagen. Auch die heilige Elisabeth mußte sich von ihrem Beichtvater Konrad von Marburg solche Züchtigung gefallen lassen.

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Die fromme Nonne Juliane, die in dem Kloster auf dem Berge Coreillon bei Lüttich lebte, hatte einst eine seltsame Erscheinung: beim Beten sah sie regelmäßig den vollen Mond mit einer kleinen Lücke. Von autoritativer Seite wurde diese Vision auf die natürlichste Weise erklärt: der Mond stelle die Kirche, die Lücke aber den Mangel eines Festes zur Feier der Einsetzung des heiligen Abendmahles vor. Diese Interpretation war so evident, daß sich der Bischof Robert von Lüttich, von den Archidiakonen Johannes und Jacobus Pantaleon und anderen Theologen aufgeklärt, ihrer Logik nicht entziehen konnte. So ordnete er denn 1246 die Feier des so dringend gebotenen Festes in seinem Bistum an. Als jener Pantaleon 1261 als Urban IV. den Stuhl Petri bestiegen hatte, verordnete er – 1264 – durch eine Bulle die Feier in der ganzen katholischen Kirche. Noch heute wird bekanntlich Fronleichnam alljährlich mit größtem Pompe begangen[264].

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Kaiserin Barbara, Gemahlin Sigismunds, starb am 11. Juli 1451 an der Pest. Sie war häufig im Ehebruch von Sigismund ertappt worden, da dieser selbst aber nichts weniger als treu war, verzieh er ihr jedesmal. Als Witwe lebte sie in Melnik bei Königgrätz „unter einem Schwarm von Buhlknaben und Beischläfern“. Messalinen hat es immer gegeben, deshalb ist dieser Lebenswandel nicht sonderlich verwunderlich, wenn es auch nichts Alltägliches ist, wenn eine deutsche Kaiserin verzehrt von unersättlicher Sinnlichkeit – wie Enneas Sylvius bezeugt – den Männern nachläuft. Desto bemerkenswerter ist Barbaras krasser Materialismus. „So weit sank sie in ihrer wahnsinnigen Verblendung, daß sie heilige Jungfrauen, die für den Glauben an Jesu den Tod erlitten, öffentlich Törinnen schalt, welche die Freuden der sinnlichen Lust nicht zu genießen verständen ... Sie leugnete auch, daß es nach diesem Leben ein anderes gäbe, und behauptete im Ernst, daß die Seelen mit den Körpern zugrunde gingen“[265].

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