Doch der Wissensdrang, nicht etwa der nach nichtigen Dingen, sondern nach solchen von ewiger Bedeutung, war bei Petrus Lombardus unersättlich. So fragte er denn weiter:

Ob Gott mehr wissen kann, als er weiß?

Ob ein Prädestinierter verdammt oder ein Verworfener selig werden könne?

Ob Gott etwas Besseres oder etwas auf bessere Weise machen könne, als er es macht?

Ob Gott allezeit alles könne, was er gekonnt hat?

Doch nicht auf Gott beschränkt sich die Fragefreudigkeit des großen Kirchenlehrers. Beschäftigt er sich auch natürlich am liebsten mit ihm, so ist er doch viel zu leutselig, um sein Interesse nicht bisweilen minder Vornehmen zuzuwenden. So wirft er die Frage auf: Wo die Engel nach ihrer Schöpfung gewesen sind?

Ob die guten Engel sündigen, die bösen rechtschaffen leben können?

Ob alle Engel körperlich sind? (kleiner Schäker!)

Ob die Rangordnung der Engel seit dem Anfang der Schöpfung bestimmt worden sei?