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Giovanni Battista Guglielmini († 1817) stellte Berechnungen an über die Abweichung fallender Körper von der Lotlinie und fand, daß die östliche Abweichung eines von der St. Peterskirche in Rom 240 Fuß hoch fallenden Körpers durch die Rotation der Erde ½ Zoll von der Vertikalen betragen müsse. In den Jahren 1790 und 1791 machte er diesbezügliche Versuche, die mit den Resultaten seiner Berechnung ziemlich gut übereinstimmten. Wunderbarerweise fand er aber auch gleichzeitig eine, allerdings geringe, südliche Abweichung. Laplace schloß aus dieser Abweichung, die ihm theoretisch unmöglich erschien, nur, daß die ganzen Versuche gänzlich ungenau und ihr Zeugnis für die Achsendrehung der Erde ganz unkräftig sei.

Auch als Benzenberg im Jahre 1802 vom Michelsturm in Hamburg und im nächsten Jahre in einem Kohlenschacht zu Schlehbusch in der Mark die Versuche mit gleichem Resultat wieder aufnahm, gelang es ihm nicht, die meisten Physiker davon zu überzeugen, daß die südliche Abweichung in Zusammenhang mit der Schwere und Rotation der Erde stünde.[43]

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Als es Davy, der übrigens als Lehrling bei einem Chirurgen und Apotheker seine glänzende Laufbahn begonnen hatte, gelungen war, noch vor dem Jahre 1812 das elektrische Bogenlicht zu erzeugen, mit dem er Platina, Quarz, Kalk etc. schmolz, erregten diese Entdeckungen nicht das Aufsehen, das man hätte erwarten dürfen. Ja, theoretisch erschien die kolossale Wärme- und Lichtproduktion bei der geltenden materiellen Theorie der Wärme sogar beunruhigend und unbequem! Man beobachtete hinfort unter den Physikern über dieses Thema Schweigen![44]

Dufay (1698–1733) war es ein Jahrhundert früher nicht besser ergangen. Er hatte u. a. die Verschiedenheit der positiven von der negativen Elektrizität entdeckt. »Das entscheidende Kennzeichen besteht darin, daß sie sich selbst abstoßen und im Gegenteil eine die andere anzieht.« Dieses äußerst wichtige Prinzip fand nicht gleich die verdiente Anerkennung und ist später erst zur Geltung gebracht worden, ohne daß man dabei die Verdienste Dufays anerkannt hätte.[45]

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Der geniale Erfinder Papin, der bereits den Gedanken hatte, Wagen durch Dampfkraft zu bewegen, der Versuche mit einem Taucherschiff anstellte, eine Zentrifugalpumpe erfand, die ohne Ventile und Klappen kontinuierlich das Wasser heben und auch als Blasebalg gut verwendbar sein sollte, der ferner den nach ihm benannten Dampfkochtopf erfand, der aber auch erst der Neuzeit die Dienste leistete, die Papin sich von ihm versprach, hatte den Plan, ein Schiff durch Dampfkraft zu bewegen. Es gelang ihm jedoch nicht, die Royal Society, die überhaupt die Entwicklung der Dampfmaschine wenig beachtete, für seine Idee zu gewinnen. Er starb in Dürftigkeit.[46]

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Im Jahre 1663 erschien aus der Feder des Edward Somerset, Marquis of Worcester, in London ein Schriftchen unter dem Titel: A century of the names and scantlings of such inventions as at present I can coll to mind to have tried and perfected. Hier erwähnt unter No. 68 Worcester eine Maschine, die, mit Dampf betrieben, Wasser in beliebiger Menge auf beliebige Höhe fortdauernd zu heben vermag. Obwohl er auf diesen Vorläufer der Dampfmaschine im gleichen Jahre für sich und seine Erben ein Patent auf 90 Jahre erhielt, geriet die Erfindung mit seinem 1667 erfolgten Tode bereits in Vergessenheit.[47]