Der geniale Erfinder Denys Papin (1647–1710, vgl. [S. 54]) war studierter Mediziner.
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Maupertuis (1698–1759) war ursprünglich Soldat und zwar von 1718–1723. Er entdeckte das Prinzip der kleinsten Wirkung, nach dem alle mechanischen Probleme analytisch zu lösen waren.[84]
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Benjamin Franklin (1706–1790) war der Sohn eines unbemittelten Seifensieders, besuchte, da er früh seinem Vater im Geschäft helfen mußte, eine mittelmäßige Schule mit nur geringem Erfolg und erwarb sich später seine Kenntnisse ohne Lehrer. Ohne jegliche Gymnasial- oder gar Universitätsbildung, allein durch Selbststudium, brachte er es nicht nur zu einem hervorragenden Staatsmann, sondern auch zu einem epochemachenden Gelehrten. Seine Erfindung des Blitzableiters und andere große Taten sind zu bekannt, um hier näher dargelegt zu werden. Sicher ist, daß die Welt es nur dem Fehlen der gelehrten Zunft und des Befähigungsnachweises in Amerika zu danken hat, wenn dieser seltene Mann seinen Fähigkeiten gemäß Großes leisten durfte.[85]
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Doch wie so oft zwei Personen gleichzeitig ein Problem lösen, so auch beim Blitzableiter. Gleichzeitig und unabhängig von Franklin wurde er auch in Europa erfunden, und zwar von Prokop Divisch zu Prenditz bei Znaim im Jahre 1750. Der Erfinder war wieder kein Fachmann, sondern ein Pfarrer.[86]
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Luigi Galvani (1737–1798) war Professor der Medizin und beschäftigte sich besonders mit vergleichender Anatomie und Physiologie. Ist die Tatsache, daß hier wieder kein Fachmann, sondern ein Outsider eine der großartigsten Entdeckungen machte, schon bemerkenswert genug, so sind es die Nebenumstände nicht minder. Wie er in seiner 1791 erschienenen Schrift »De viribus electricitatis in motu musculari commentarius« erzählt, trug sich die Geschichte seiner Entdeckung folgendermaßen zu: »Ich zerschnitt einen Frosch..., legte ihn, ohne etwas zu vermuten, auf die Tafel, worauf die Elektrisiermaschine stand, die gänzlich vom Konduktor getrennt und ziemlich weit davon entfernt war. Als aber einer meiner Zuhörer die Spitze des Messers von ungefähr ein wenig an die inneren Schenkelnerven brachte, wurden die Muskeln aller Glieder sogleich zusammengezogen, als ob sie von heftigen Konvulsionen ergriffen würden. Ein anderer von den Anwesenden glaubte zu bemerken, es geschähe nur zur Zeit, wenn der Konduktor einen Funken gäbe. Er bewunderte die Neuheit der Sache und machte mich, der ich eben etwas ganz anderes vorhatte, aufmerksam darauf.«
Wer der »andere von den Anwesenden« war, ist niemals mit Sicherheit festgestellt worden. In Bologna ging das Gerücht, es sei die eigene Gattin Galvanis gewesen. Danach gebührte ihr ein nicht geringes Verdienst an dieser unsterblichen Entdeckung.[87]