»Dafür kann er nicht,« warf Emil wieder ein.

Schrill fuhr die elektrische Klingel mehrmals hintereinander in ihre lustige Stimmung hinein. Schon vorher hatte es leicht getippt, aber sie hatten es nicht beachtet.

Gleich darauf knarrte die Treppe, und Rudi rief auf halbem Wege herunter: »Aber, Mensch, wo stecken Sie denn? Was denken Sie sich eigentlich! Können Sie denn nicht nachsehen, wer klingelt?«

Mit dem Küchenspuk war es aus.

Der Diener warf rasch die Zigarette weg, nachdem er noch einen großen Zug getan hatte, schimpfte leise beiseite und stürmte dann hinaus. Abermals ertönte die Klingel, diesmal von der Gnädigen, und auch Emma eilte hinaus.

Die Köchin blieb allein zurück und wischte sich die Lachtränen aus den Augen.

XVII.

Frau Agathes Qualen waren noch nicht zu Ende. Soeben war Fanny bei ihr gewesen, um sie zu bitten, ihr bis dreiviertel Zehn Urlaub zu geben. Sie wollte, wie ihr befohlen, zum Schuhmacher gehen und zugleich ihrer Mutter einen Besuch abstatten, die in derselben Gegend wohnte. So brauchte sie nicht erst zu schreiben und konnte von dem »Wunderbaren« selbst erzählen.

Die Witwe des Hauptmanns Frank war schwächlich und kränklich, und so ging Fanny allwöchentlich einmal zu ihr, woran man sich im Hause des Bankdirektors schon gewöhnt hatte. In voriger Woche war der Besuchstag ausgefallen, und so mußte Frau Roderich einwilligen, so schwer es ihr auch an diesem Abend wurde.

Es war nach acht, auch das Familienabendbrot war vorüber, und so hatte sie wieder Emma zu sich bestellt, damit sie die Kinder ins Bett bringe und bis zu Fräuleins Rückkehr bei ihnen bleibe. Aber schon nach zehn Minuten fuhr sie wieder empor. Ein schrecklicher Verdacht war in ihr aufgetaucht, und so brachte sie wieder mit großem Geräusch die Klingel in Bewegung, was den Dienstboten diesmal durch Mark und Bein ging. Sicher war Fräuleins Gang nach Hause heute nur eine Ausrede; sie traf sich gewiß mit Fröhlich, der sich vielleicht nur einen Akt im Opernhause ansah oder am Ende das Billet gar nicht benutzte!