[6] Es ist merkwürdig, wie sich die modernsten Ideen (Organ- und Serumtherapie) mit dieser ältesten Form der Prophylaxe im Prinzip berühren. — Das Gegenstück zum Amulett bildet jene Form des sympathetischen Zaubers, wo man sich in den Besitz von einzelnen Körperteilen einer Person (z. B. der Haare, der Zähne, des Harns, der Exkremente etc.) setzt und durch symbolische Manipulationen mit dem Objekt eine Erkrankung bei dem ursprünglichen Besitzer hervorzurufen beabsichtigt.

[7] Der aus der Astronomie und Astrologie abgeleitete Glaube, daß alles an bestimmte Zeiten und Zahlen gebunden sei, wurde zum Gemeingut der Völker.

[8] Nach der Erzählung des Jamblichus gingen die babylonischen Frauen in den Tempel der Göttin Zarpanitu schlafen, um im Traume Offenbarungen zu empfangen.

[9] Dies zeigt sich besonders in der Geometrie, welche stets nur auf die Lösung einzelner Probleme gerichtet war, ohne sich zu allgemeinen Sätzen zu erheben. Ebenso blieb den Aegyptern der Gedanke einer Erdkarte fremd, und man beschränkte sich nur auf die geographische Wiedergabe einzelner Bezirke u. s. w.

[10] Wie die demotischen Texte zeigen, wurde Aegypten späterhin, namentlich in nachchristlicher Zeit die Hauptstätte der magischen Therapie. Die Sitte des Tempelschlafes dürfte schon früh in den Heiligtümern des Isis und des Serapis gepflegt worden sein (Diodor, Strabo) vergl. S. 32.

[11] Gewährsmänner sind Herodot, Aristoteles, Diodor, Strabo, Plutarch, Ammianus Marcellinus, Lactantius, Eusebius, Clemens Alexandrinus, Jamblichus u. a.

[12] Ihre Kunst stand ganz unter ägyptischem Einfluß.

[13] Aus der Bibel (Könige II, 1) erfahren wir, daß Ahasja während seiner Krankheit Boten zu dem phönikischen Gotte Baal-Sebub in Ekron sandte, um zu fragen, ob er genesen werde.

[14] Kultischer Verehrung erfreute sich die bei den Indern berauschend wirkende Somapflanze (Haoma).

[15] Die persischen Aerzte waren wegen ihrer Giftkenntnis berühmt.