Der Kanter war richtig derschrocken. Er bracht weiter nischt raus wie: »Nu soooowas!«
Der Paster machet oder weter: »Und wissen Sie auch, wers gewesen ist? – Ihr Tenor, der Zipperschuster, der gemeine Kerl!«
Der Kanter war wie mit der Mütz derpocht. Dos hatt noch gefahlt! »'s ist nicht möglich«, saht er, obwuhl er innerlich dacht: »Dan Bruder is alles zuzetraue!« Mit en Mol fuhl ne sei Kerchnmusik of der Seel un es war ne, als wenn er alle Kantaten der Walt of emol hörn müßt, esu gurglets und brausets üm ne rim, daß er sich geleich mit hiesetzet.
»Daß der Mensch morgen in der Kirche als Solist auftritt, ist natürlich ausgeschlossen. Ich übergebe den Menschen dem Gendarmen!« fuhr der Paster weter fort.
Su sehr wie nu der Kanter in dan Agnblick ne Zipperschuster alles Biese gönne tat, warsch'n doch im seiner Kerchnmusik ze tue, un er fuhl ne Paster in der Red: »Was wird denn da mit meiner Kirchenmusik? Der Zipperschuster ist morgen nicht zu entbehren, sonst können wir gleich einpacken.«
»Nun, denken Sie denn, ich gebe zu, daß meine Gretel mit dem Menschen zusammen singt, der mich am Tage vorher in gemeinster Weise bestohlen hat?«
Der Kanter wußt weter nischt drauf ze sogn. Ar hätt könne ne Zipperschuster uhne Gewissensnut derstochen. Un dan Karl hatt er aa noch an letzten Obnd ben Rabentisch e Gelos Bier bezohlt!
»Ich weiß nicht, was da werden soll«, menet der Kanter wieder.
»Es ist ganz unmöglich«, war ne Paster sei Red, »ich werde doch dem Dorfe das Vergnügen nicht machen und mich auslachen lassen!«
»Nun«, saht der Kanter wieder, »wenn die Kirchenmusik ganz wegfällt, wird die Sache aber noch auffälliger. Ich würde die Sache ignorieren bis nach den Feiertagen, dann würde ich allerdings auch dafür sein, daß der Zipper eine derbe Lektion erhält!«