Nun zunächst auf Feldwegen, dann durch Wald hinab ins Muldental. Den Talweg rechts weiter bis zu einem Wegweiser. Diesem rechts hinauf folgen zur Prinzenhöhle.
Diese ist ohne Zweifel ein angefangener aber nicht weiter gebauter Stollen. Wir stehen am Schauplatze einer Szene aus dem bekannten Prinzenraube. Der Hergang war kurz folgender: Kunz v. Kauffungen hatte in der Nacht vom 7. zum 8. Juli 1455 die beiden Söhne des Kurfürsten Friedrich des Sanftmütigen aus dem Altenburger Schlosse geraubt. Während er seinen Spießgesellen den 14jährigen Ernst übergab, behielt er den 12jährigen Albert bei sich. Die Prinzen sollten nach dem Schlosse Eisenberg in Böhmen gebracht werden. Auf getrennten Wegen eilten die Räuber durchs Erzgebirge. Eingeschüchtert durch das Sturmläuten versteckten sich die Genossen Kunzens, Mosen und Schönfels, mit ihrem Prinzen Ernst in der hiesigen Kluft. Als sie nun von dem Schicksale Kunzens erfuhren, der inzwischen in der Nähe des Fürstenbrunns gefangen genommen worden war, boten sie dem Amtshauptmann von Zwickau die Auslieferung des Prinzen an, wenn sie selbst an Gut, Leib und Leben ungestraft blieben. Auf diese Bedingungen ging man ein und verschaffte so dem Prinzen Ernst die Freiheit.
Am Eingange der Höhle befindet sich eine Marmortafel, die an das Ereignis erinnert. In der Nähe liegt das im Schweizerstil gebaute Forsthaus mit Restauration und prachtvollem Blick ins Muldental.
Von hier den weiß-blau-weißen Marken weiter folgend. Auch ein Wegweiser gibt die Richtung an, ins Muldental hinab. Die Eisenbahnbrücke überschreiten, dann rechts. Über die Grabenbrücke und dann über die eiserne Muldenbrücke.
Man kann nach Überschreiten der letzteren einen Abstecher hinauf zur Ruine Eisenburg oder Isenburg unternehmen. Ein Fußsteig führt rechts hinauf. Die geringen Mauerreste gehörten jedenfalls zu einer Vorburg des Schlosses Stein. Sonstige Nachrichten fehlen.
Wir gehen auf unsern Weg zurück. Auf Waldweg hinauf zum Bismarckstein. Hier Tourentafel 165 b. Der Weg teilt sich. Wir gehen links hinab nach Niederschlema.
Dorf mit 2600 Einwohnern, 300 m hoch gelegen. Industrie: Papier- und Maschinenfabriken.
Unsere Marken führen uns weiter zum Floßgraben.
Dieser 1556 bis 1559 angelegte Kanal führte einen Teil des Muldenwassers von Bockau nach Oberschlema-Schneeberg, er diente einst der Holzflößerei. Der Weg an ihm hin ist ganz herrlich. Er bringt uns am Genesungsheim des D. V. d. H. vorüber. Dahinter links den Fußweg hinab nach Aue.