g) Burgstädt – Chemnitztal (50 Min.) – Stein (40 Min.) – Göritzhain (30 Min.) – Seitenhain (40 Min.) – Wechselburg (40 Min.) – Rochlitzer Berg (1 Std.) – Rochlitz (1 Std.).
Wanderzeit: 6 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Burgstädt.
Vom Bahnhof durch die Bahnhofstraße bis zum Sächsischen Hof, dann die Kaiser Wilhelmstraße rechts weiter, nach wenigen Schritten die Georgenstraße links gehen bis zu ihrem Ende, ungefähr 1 Minute nach links hinab bis zu Hausnummer 478. Hier rechts abgehen. Ein breiter Fußweg führt uns aufs Feld hinaus. Über die Mohsdorf-Burgstädter Straße. Weiterhin beim Bahnwärterhaus (links) über die Bahn. Dahinter den mittleren Weg gehen (also nicht in Richtung des Bahnwärterhauses!) Wir gehen nicht rechts und links von unserem Wege ab, der uns schließlich auf die Fahrstraße bringt. Diese gehen wir weiter in das Chemnitztal hinab bis zum Chemnitztal-Restaurant.
Nun die Chemnitztalstraße abwärts an einer Pappenfabrik vorüber zur Gastwirtschaft »Schweizerschlößchen«. Das Tal zeigt seine Schönheiten. Mächtige Felsblöcke sperren den Lauf des Flusses. Wir gelangen nach Stein. Am Wege liegen verschiedene Fabriken. Das Dorf, 830 Einwohner zählend, zieht sich rechts am Hang hinauf. Die Straße führt dicht am Flusse unterhalb einer Felswand, im Volksmunde der Wachholderberg genannt, entlang. Bei den Pappenfabriken von Gerstäcker kommen wir nach Göritzhain (Gasthof zum Stern), wo links über die Brücke der Weg in ½ Stunde zum Bahnhof Cossen mit Anschluß nach Chemnitz führt. Drei Minuten abwärts vom Dorf verläßt der Fahrweg das Tal. Wir folgen dem Wegweiser nach Seitenhain. Hier auf der Höhe den Fahrweg links dem Muldental zu. Beim Gasthof Wegteilung. Wir gehen auf der bisherigen Straße auf der Höhe weiter. Nach ¼ Stunde erschließt sich der Blick auf das Muldental. Wechselburg mit Schloß, darüber der Rochlitzer Berg, links der Göhrener Viadukt werden sichtbar. Unten durch den Bahndamm nach Wechselburg.
Wechselburg gilt nicht mit Unrecht als Perle des Muldentales. Der anmutig gelegene Marktflecken zählt gegen 1600 Einwohner. Die weinumsponnenen Häuser sind mit Gärten und Bäumen umgeben und gewähren reizende Anblicke. Es wurde im Jahre 1174 vom Markgrafen Dedo von Rochlitz als Augustinerkloster mit Namen Zschillen gegründet. Dedo war ein Sohn Otto des Reichen und soll übermäßig fett gewesen sein. Darum war er auch in größter Verlegenheit, als ihn der Kaiser Heinrich VI. aufforderte, ihn nach Italien zu begleiten. Er entschloß sich daher, von einem Wunderarzte das hinderliche Fett aus dem Leibe schneiden zu lassen. Das geschah mit so unglücklichem Erfolge, daß er wenige Tage darauf, am 16. August 1199 unter schrecklichen Schmerzen seinen Geist aufgab.
Die Mönche des Klosters Zschillen trieben es derart, daß der Markgraf Heinrich der Jüngere das Augustinerkloster aufhob.
1289 ward es in eine Komturei des Deutschherrnordens umgewandelt und galt als eines der reichsten geistlichen Besitztümer des Ordensbezirkes Thüringen. Nach Einführung der Reformation kam es in den Besitz Herzog Heinrichs, der es 1543 an den Grafen von Schönburg gegen dessen Besitzungen Wehlen, Hohnstein und Lohmen im Meißnischen auswechselte. Dabei wurde auch der Name in Wechselburg umgewandelt. An der Stelle des Klosters steht jetzt das mächtige Schloß, nur Kirche und Kreuzgang blieben als Reste des Klosters erhalten. Die Kirche ist eine Basilika mittlerer Größe, in Kreuzform gebaut und der Jungfrau Maria geweiht. Die Skulpturen und die Vorhalle zählen zu den schönsten deutschen Werken. Der größte Teil ist aus rotem Rochlitzer Porphyr aufgeführt. Hochaltar, Kanzel, das säulenartige Portal, ferner das Grabmal des Stifters Dedo des Fetten und seiner Gemahlin Mechthildis, vor allem aber der Hochaltar mit seiner herrlichen weltberühmten Kreuzesgruppe, in allen kunsthistorischen Werken genannt und gepriesen, sind Kunstwerke allerersten Ranges und Ruhmestaten der sächsischen Bildhauerkunst. Die Kirche wurde 1869 und 1874 von dem Grafen Karl von Schönberg renoviert und gilt als der berühmteste romanische Bau in Sachsen. Evangelischer Gottesdienst findet nur einmal im Jahre statt, sonst dient die Kirche dem katholischen Ritus.
Gegenwärtiger Besitzer des Schlosses ist der Graf v. Schönburg-Glauchau.
Der Eingang zum Schlosse befindet sich auf der Südseite. Das Portal ist mit einem Wappen und einer Madonnenfigur verziert. Im Torhause erhält man Erlaubnis zum Besuche der Schloßkirche (1 bis 3 Personen 1 Mark, jede weitere Person 20 Pfennige, es werden aber höchstens 12 Personen zu gleicher Zeit eingelassen).