Sehr sehenswert ist auch der Schloßpark mit den Gewächshäusern. Man melde sich beim Schloßgärtner (1 bis 5 Personen 1 Mk., jede weitere Person 20 Pfg.).

Vom Schlosse über den Markt hinunter zur Muldenbrücke und jenseits derselben am Ufer rechts ab. Nach kurzer Zeit in den Wald. Über eine Bachbrücke. Ein Wegweiser zeigt uns den Weg nach rechts zum Rochlitzer Berg, den wir erst bei ziemlicher, später mäßiger Steigung erreichen.

Der Rochlitzer Berg ist 353 m hoch und besteht größtenteils aus rotem Porphyr, der in zahlreichen Steinbrüchen abgebaut wird. Das Gestein, richtiger Porphyrtuff, auch Rochlitzer Sandstein genannt, wird nachweislich schon seit der Bronzezeit verarbeitet und gibt jetzt noch ein vorzügliches Baumaterial. Der massive Turm ist daraus gebaut worden. Er ist 26 m hoch und wurde 1860 als Denkmal an den am 9. August 1854 verstorbenen König Friedrich August errichtet.

Die Aussicht ist überaus umfassend und gilt als eine der schönsten aller sächsischen Berge. Bei günstigem Wetter sollen sogar der Brocken und die Dome zu Merseburg und Freiburg a. d. Unstrut zu sehen sein.

Eintrittspreis zum Turm: 15 Pfennige, Kinder 10 Pfennige. Man erwerbe sich beim Kastellan einen Orientierungsplan, der die gewaltige Aussicht erklärt.

Verschiedene Waldwege führen nach Rochlitz.

Wir schlagen am Stein 21 rechts den Promenadenweg ein, den uns ein Wegweiser angibt. Nach kurzer Wanderung überschreiten wir die Wechselburg-Rochlitzer Fahrstraße. Ein Gedenkstein erinnert an verschiedene Rochlitzer, die sich um die Anlage der Promenadenwege verdient gemacht haben. Von einem Rundteil genießen wir ein malerisches Bild auf Schloß und Stadt Rochlitz. Wir folgen immer den Wegweisern und gelangen nach Rochlitz, zunächst zum Schlosse.

Rochlitz, 170 m hoch gelegen, zählt 6300 Einwohner. Die Industrie umfaßt hauptsächlich Mechanische Weberei, Zigarrenfabrikation und Schuhfabrikation. Rochlitz wird bereits im Jahre 981 genannt und war im Jahre 1000 schon Sitz eines Burgwarts. Im Mittelalter genoß es durch seine Leinewebereien, Tuchmacherei und Steinmetzerei ziemliches Ansehen. Die Stadt entwickelte sich im Anschluß an das mächtige Schloß mit den beiden Bergfrieden auf der Schmalseite, die den Namen »Juppen« führen und 1390 gebaut wurden.

1547 wurde hier der Markgraf Achilles von Brandenburg überfallen und gefangen. Der Schloßhof macht einen malerischen Eindruck. In der interessanten Schloßkapelle befindet sich das Museum des Rochlitzer Geschichtsvereins. (Besichtigungszeiten sind aus dem Anschlag zu ersehen). Rochlitz ist der Sitz verschiedener Behörden und Schulen. Sehenswert ist neben der Petrikirche, an Stelle einer früher hier befindlichen romanischen Kirche im 15. Jahrhundert erbaut, besonders die Kunigundenkirche. Sie zeigt romanische, gotische und spätgotische Architektur. Vor der Kirche ein Denkmal des als Freund Luthers und Liederdichters bekannten Pfarrers Mag. Joh. Mathesius, eines Sohnes der Stadt Rochlitz.