Rückfahrt mit der Straßenbahn.
c) Schlachthof – Waldschänke (½ Std.) – Euba (1½ Std.) – Gasthof Jägersruh (½ Std.) – Schere-Adelsberg (30 Min.) – Gablenz (½ Std.)
Wanderzeit: 3½ Std.
Ausgangspunkt: Straßenbahnhaltestelle Schlachthof.
Links durch die Frankenberger Straße, sofort rechts die Gellertstraße, links die Dresdner Straße, rechts die Forststraße in den Zeisigwald. Rechts liegen die Genossenschafts-Molkerei, weiterhin die Eugen-Esche-Stiftung und das Forsthaus. Rechts der Fahrstraße führt ein angenehmer Promenadenweg zur Waldschenke. Die Straße weiter bis zur Wegteilung. Halbrechts den Steinbrecherweg ganz gerade fort. Unser Weg mündet in den Grenzweg. Diesen überschreiten wir nach rechts. Nun den breiteren Weg nach links aufwärts, der oben durch junges Holz führt. Nach wenigen Minuten eine 4fache Wegeteilung. Wir bleiben in der alten Richtung geradeaus. Nach knapp 10 Minuten auf einen Fahrweg, diesem nach links folgen. Eine Schneise überschreiten. Endlich an den Waldrand. Auf der am Waldrande von rechts herkommenden Straße nach rechts weiter. Den am Straßenstein »nach Euba« abgehenden Weg benutzen wir nicht. Wir wandern an den Schießständen vorbei. Warnungstafeln! Vom 2. Eingang gehen wir noch ca. 30 Schritte. Links dem Fußweg folgend. Ueber einen Bach und schließlich nach Euba.
Rechts aufwärts nach der Kirche zu. Euba zählt ca. 1900 Einwohner. Der Ort ist sehr lang ausgedehnt. Früher ist hier ohne nennenswerten Erfolg Gold gegraben worden. Am Teiche links hinab auf die Dorfstraße. Diese aufwärts am Lehngericht vorbei, der Fernsprechleitung nach. Neuerdings wird das Restaurant Bergeshöh' gern aufgesucht. Wir gelangen auf die Chemnitz-Augustusburger Landstraße. Wenige Schritte nach rechts zum Gasthof Jägersruh. 476 m hoch gelegen. (Die Straße wenige Schritte nach links gehend, können wir einen prachtvollen Blick auf die Augustusburg genießen.) Wir gehen unsere Straße rechts und gelangen nach ca. 20 Minuten zur Schere. Eigentlich Gasthof zum Adelsberg, volkstümlich »Schere«, da der Erbauer ein Schneider gewesen sein soll. Der Turm auf dem Adelsberg liegt in unmittelbarer Nähe. – (Siehe die betr. Adelsberg-Wanderung.) Von der Schere nach der Landstraße weiter bis zur Endstation der Straßenbahn in Gablenz.
9. Nach Schloß Lichtenwalde.
Von allen Ausflügen in die nähere Umgebung ist dem Chemnitzer der nach Lichtenwalde mit am geläufigsten. In Verbindung mit der Straßen- und Eisenbahn lassen sich alle Touren leicht ausführen und die Gegend ist wegen ihrer Anmut des Besuches würdig. Den Mittelpunkt bilden Park und Schloß Lichtenwalde. Das Schloß erhielt seinen Namen vermutlich von den Lichtsignalen, die früher zwischen den Schlössern Augustusburg, Sachsenburg und Lichtenwalde ausgetauscht wurden. Es erhebt sich auf den Grundmauern einer Burg, die im frühen Mittelalter vermutlich eine reichsfreie Königsburg mit dem Sitze eines Burgvogts gewesen ist. Urkundlich wird sie 1289 zuerst erwähnt. In diesem Jahre wurde sie von Markgraf Friedrich von Meißen an König Wenzislaus von Böhmen vertauscht. 1294 war ein Graf Philipp von Nassau Besitzer, der aber 1297 vom Markgrafen Friedrich von Meißen zur Herausgabe des Schlosses gezwungen wurde. 1439 war sie im Besitze Apel von Vitzthums. Im Bruderkriege nahm 1447 Kurfürst Friedrich der Sanftmütige die Besitzung dem Ritter ab und gab sie an Hermann v. Harras. Aus diesem Geschlechte war Dittrich von Harras, der kühne Springer. 1450 ward die Burg von dem Landgrafen Wilhelm von Thüringen niedergebrannt. 1561 wurde nach dem Aussterben des Harras'schen Geschlechtes Lichtenwalde kurfürstliches Amt. Durch Tausch gegen Pillnitz gelangte es an die Familie v. Bünau; dann erwarben es nacheinander Heinrich Reuß III. (1603), die von Flemming (1719) und v. Watzdorf (1722); von letzterem kam es durch Erbschaft an die gräflich Vitzthum'sche Familie, die es noch jetzt besitzt. Der im Jahre 1722–1726 vom Reichsgrafen v. Watzdorf errichtete Bau brannte im Jahre 1905 ab, wurde aber in gleicher Gestalt wieder aufgebaut. Das Schloß besteht aus einem Mittelbau mit Turm und zwei angebauten Seitenflügeln, die den geräumigen Schloßhof umgeben. Herrlich ist der nach dem Muster von Versailles angelegte Park. Der Eintritt ins Schloß ist nur bei Abwesenheit der Herrschaften gestattet. Der Schloßpark kann jederzeit besichtigt werden.