Zum Dorf gelangt man in 25 Minuten, abwärts wandernd. Eichwald ist bekannter Waldkurort und wird auch von Wintersportlern viel aufgesucht.

Bis Teplitz benutzt man am besten die elektrische Straßenbahn, da man zu Fuß zwei Stunden gut zu gehen hat und der Weg durch das Braunkohlengebiet bei Zuckmantel sehr staubig ist. Die Endstation der Straßenbahn liegt in Ober-Eichwald. Man fährt durch Nieder-Eichwald–Tischau–Zuckmantel–Weißkirchlitz–Turn. Fahrzeit ¾ Stunde. Man steigt auf dem Markt aus.

Teplitz-Schönau, berühmter Kurort, im Bielatale 230 m hoch gelegen. Geschützte Lage zwischen Erz- und Mittelgebirge. 27000 Einwohner. Der Sage nach entdeckten Hirten im Jahre 762 die warmen Quellen (tepla voda = warmes Wasser). Heute wird das Wasser zu Bade- und Trinkkuren gebraucht. Der Besuch ist im Juli–August am lebhaftesten. Nachtlager nehmen die Chemnitzer gern in den Gasthöfen »Zum Tiroler« und »Anker«, beide am Markt gelegen. Wir benutzen die übrige Zeit des Tages zu einem Rundgang. Vom Markt der Straßenbahn nach, links durch die Waisenhausgasse zum Schulplatz mit den Schulgebäuden. Vor uns das nach dem König Friedrich Wilhelm III. von Preußen benannte Friedrich-Wilhelms-Spital, von den Söhnen des Fürsten für Teplitzer Arme gestiftet. Von dem Denkmal rechts nach der Bahnhofstraße. Diese überschreiten. Zur Elisabethstraße zur evangelischen Kirche, 1861–64 im Basilikastil erbaut. Von der nördlichen Vorhalle aus hübscher Blick auf das Erzgebirge. Rechts auf der Elisabethstraße die Synagoge, 1882 im maurischen Renaissancestil errichtet. Nun in die Lindenstraße. Diese rechts in den Seume-Park mit dem Grabstein des »Spaziergängers nach Syrakus«. Der Dichter Joh. Gottfr. Seume starb 1810 in Teplitz. Eine Büste ward ihm 1895 gesetzt. Durch die Promenaden gehen wir zur Terrasse, am unteren Ende der Lindenstraße gelegen. Hier betrachtet man den Kurgarten. Empfehlenswert ist von hier aus die Wanderung nach dem Schloßberg. Wanderzeit ¾ Stunde. Wir verfolgen die Lindenstraße bis zum Ende. Zwischen Stein- und Stephansbad durchgehen. Schlangenbadstraße und eine Lindenallee, die Fortsetzung der ersteren. Auf einem Promenadenweg endlich hinauf zum Schloßberg.

392 m hoch, aus Phonolith bestehend. An Stelle der Ruinen des 1655 zerstörten Schlosses ist ein Neubau im Ritterburgenstil errichtet worden. Darin befindet sich ein gutes Gasthaus. Prächtige Rundsicht: Süden: Milleschauer. Südwesten: Borschen. Norden: Erzgebirge von Klostergrab bis zu den Höhen bei Nollendorf im Nordosten.

2. Tag: Mit der Aussig-Teplitzer Bahn nach Mariaschein fahren. Weg zum Bahnhof: Vom Markt zum Schulplatz, der Straßenbahn nach zur Meißener- und bis zur Giselastraße. Links der Bahnhof. Fahrzeit ¼ Stunde. Vom Bahnhof Mariaschein links den ersten Fußweg hinauf nach dem Orte.

Mariaschein, ein altberühmter Wallfahrtsort, am Fuße des Erzgebirges. 3000 Einwohner. Jesuitenkloster. Umfangreiche Klosterkirche. In der Mitte des Hochaltars unter Glas ein wundertätiges Marienbild, eine 12 cm hohe Tonfigur. Die Legende erzählt, ein Mädchen sei zwischen Mariaschein und Graupen von einer Schlange gebissen worden. Auf ihren Hilferuf erschien Maria in Form eines Madonnenbildes, das eine Nonne vor den Hussiten in einer nahen Linde verborgen hatte. Die Bürger von Graupen trugen das Bild im Triumph nach ihrer Stadtkirche, aber dreimal kehrte das Bild im Dunkel der Nacht nach der Linde zurück. Man baute nun an der Stelle eine Kapelle, die dem Bilde als Wohnort angenehm war. Die Kirche ist von Linden umgeben. Um sie führt ein Kreuzgang mit 8 Kapellen und 35 Beichtstühlen.

Wir wandern an der Kirche nach links auf direkter Fahrstraße in ¼ Stunde nach Graupen.

Altes Bergstädtchen 318 m hoch in einer Bergschlucht gelegen. 1904 brannte ein großer Teil des Ortes ab. 3600 Einwohner. In der Stadtkirche die »heilige Stiege«, 28 Marmorstufen, die von den Gläubigen nur knieend erklommen werden. Über der Stadt die Rosenburg und die Wilhelmshöhe.

Die Straße hinauf durch das Städtchen. Fußwege kürzen die Kurven der Straßen erheblich ab. Man kommt nach Ober-Graupen. Hinter dem letzten Hause ist man auf der Straße angelangt. Bald hat man das »Gasthaus Mückenberg« erreicht, von wo man in einigen Minuten zum Mückentürmchen gelangt.

808 m hoch. Turm hat eine Höhe von 17 m. Daneben Gasthaus. Wolfgangskapelle am Fuße des Turmes. Hier wird jedes Jahr im Juli ein Volksfest, das St. Wolfgangsfest, gefeiert. Der Bergbau ist erloschen. Die Aussicht ist überwältigend, besonders auf das Teplitzer Tal und das böhmische Mittelgebirge. Auch die Lausitzer Berge vom Jeschken bis zur Lausche sind sichtbar. Zur Erläuterung der Aussicht erwerbe man sich eine Ansichtskarte, die alle sichtbaren Punkte angibt: Süden: Teplitz und Schloßberg, rechts darüber der Borschen (einem liegenden Löwen vergleichbar). Milleschauer, links davon der Kletschen, davon links der doppelgipflige Lobosch. Zwischen dem Milleschauer (Donnersberg) und dem spitzen Kletschen die Hasenburg, an den 2 Türmen erkenntlich. Südosten: Aussig, (tief im Tale), dahinter der Radobyl bei Leitmeritz, links davon der Gletschberg, links der spitze Kleis und der Jeschken. Osten: Die Kämme des Iser-, Riesen- und Lausitzer Gebirges. Norden: Im Vordergrund der hier wenig reizvolle Erzgebirgskamm, darüber hinaus Dresden und die Gegend um Pillnitz. Nordosten: Sattelberg, in nächster Nähe. Dahinter der Valtenberg. Westen: der steile Südabfall des Erzgebirges mit dem waldigen Wieselstein. In größerer Entfernung dahinter der Fichtelberg.