2. Zur Pelzmühle.

a) Wanderzeit ¼ Std. – Ausgangspunkt: Gasthof Siegmar. Hierher mit der Straßenbahn.

Auf der Landstraße bis zum Bahnviadukt. Dann rechts, an der Schreibfederfabrik von Nevoigt vorbei. Zwei mächtige Hirschfiguren zeigen den Eingang zur Pelzmühle, dem starkbesuchten Garten- und Tanzlokal. Allerhand Sehenswürdigkeiten und Belustigungen, besonders für Kinder. Auf dem großen Gondelteiche ist Gelegenheit zum Motorbootfahren.

¼ Std. von der Pelzmühle entfernt liegt das Karolabad. Man erreicht es am Pelzmühlenteich rechts vorbei den Feldweg bis zur Straßenkreuzung wandernd. Nun wenige Schritte nach rechts aufwärts.

b) Über Rottluff, Rabenstein, Bad Grüna zur Pelzmühle.

Wanderzeit: 2¼ Std. Ausgangspunkt: Endstation der Straßenbahn in Altendorf (Gasthaus Wiesenburg).

Die Landstraße entlang, am Straßenbahnhof vorbei. Nach wenigen Minuten die Landstraße rechts weiter. Durch die Eisenbahnbrücke. Wegteilung. Entweder links hinauf am Restaurant »Erholung«, dem Friedhof und dem Gasthaus »Zur grünen Tanne« vorbei; oder die Landstraße weiter, über die Brücke nach Rottluff. Nach Durchwandern dieses Dorfes gelangen wir in das sich unmittelbar anschließende Rabenstein. Dorf mit zirka 4800 Einwohnern. Großes Kalkwerk. Zwei Rittergüter. Schöne gotische Kirche. Wir gehen zunächst bis zum »Gasthaus Rabenstein«. Nun die Chemnitzer Straße weiter bis Haus 90 b (rechte Seite). Auf der rechts abbiegenden Röhrsdorfer Straße bis zur zweiten Telephonstange. Nun links die Nordstraße weiter. Nicht irre machen lassen durch eine Reihe von Feldwegen, die wir kreuzen. Einen Graben überschreiten, etwas aufwärts und am Feldrande weiter. Links Haselnußhecken. Unterhalb sehen wir die sogenannten Kalkwiesen. Bei Wegteilung rechts den schmalen Weg hinauf, durch Buchenwald. Unter dem Viadukt der Wüstenbrand-Limbacher Bahn hinweg, wieder durch Buchenwald und schließlich in den Hof der Brauerei Rabenstein. Bierbetrieb in der Art des Münchner Hofbräuhauses im kleinen. Wir sind wieder auf der Fahrstraße angelangt. Halbrechts ein hübscher Blick in den Park des Schlosses Rabenstein. Durch die Baumgruppen blickt die Ruine der alten Burg Rabenstein.

Die Nachrichten über diesen Herrschaftssitz reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück, jedenfalls ist die Burg aber viel älter. Am 10. Januar 1336 erteilte Kaiser Ludwig (1314–1347) dem Markgrafen Friedrich von Meißen, seinem Schwiegersohne, die Lehen über Burg und Stadt Waldenburg und auch über die Burg zu Rabenstein, vorausgesetzt, daß der damalige Herr von Waldenburg und Rabenstein, Adomant von Waldenburg, stürbe, ohne Erben zu hinterlassen. Die Voraussetzung traf allerdings nicht ein, etwa 40 Jahre später verkauften die Waldenburger Burg und Herrschaft Rabenstein für 1700 Schock Freiberger gute Groschen an das Benediktinerkloster zu Chemnitz. Aus diesem Kaufvertrag ist der bedeutende Umfang der Herrschaft zu ersehen. Als Lehnsträger werden genannt: Heinrich von Kriebitzsch, der größere Teile von Grüna und Reichenbrand besaß, Peter von Kyaw, mit Besitzungen in Helbersdorf und Heinz von Höckericht auf Höckericht. Außerdem werden als Freisassen oder bürgerliche Lehnsleute aufgeführt: Franz von Schwenkenstein in Rottluff und Röhrsdorf, zwei Bauern in Neustadt, damals Höckericht genannt, und Peter Arnold von der Reißigmühle bei Chemnitz. Hierzu kommen die Dörfer Stein (damit ist Niederrabenstein gemeint), Reichenbrand, Grüna, Löbenhain, Kändler, Siegmar, Neustadt, Pleißa und Schönau, im ganzen neun Dörfer. Oberrabenstein nennt der Vertrag nicht, da es nicht als Dorf galt, sondern nur als Bestandteil des Rittergutes Rabenstein. Der große Rabensteiner Wald, der heute noch ungefähr neun Hektar umfaßt und die Stein-, Eisen-, Kalk- und Erzgruben werden ganz besonders erwähnt. Dieser Kauf war die Ursache eines langen verwickelten Rechtsstreites (1386–1449) zwischen dem Chemnitzer Kloster und dem Burggrafen Albert V. von Leisnig auf Rochsburg, der Ansprüche auf die von seinem Vetter verkaufte Herrschaft geltend machte. Er zog mit seinen Mannen vor die Burg Rabenstein, belagerte und erstürmte sie und hielt den kriegerischen Abt zehn Tage lang in der Burgkapelle gefangen, weswegen er sich vor dem päpstlichen Nuntius verantworten mußte. 1548 bei der Auflösung der Klöster fiel die Oberrabensteiner Herrschaft an die Krone. 1619 verkaufte sie der Kurfürst Johann Georg an seinen Oberlandjägermeister Hans Georg von Carlowitz für 1400 Gulden. Nach Zienerts Volkssagen soll Carlowitz sehr mißgestaltet gewesen sein und soll an einem unbekannten Orte des Schlosses eine Pfanne voll Geld vergraben haben mit dem Bannspruche, daß ein Besitzer des Schlosses aus seiner Familie, ebenso bucklig wie er, den Schatz finden und heben solle. Der Schatz harrt noch seiner Auffindung, wahrscheinlich weil die Besitzer einigemale wechselten.