Wanderzeit: 2¾ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Flöha. Hierher mit der Bahn.

Vom Bahnhof zur Hauptstraße und auf dieser nach links. Die Bahn überschreiten. Beim Gasthof links in ein Wiesental mit einzelnen Häusern, die Schweddey.

Der Name stammt aus dem 30jährigen Kriege, es sollen hier Kämpfe mit den Schweden stattgefunden haben.

Wir folgen dem Laufe des Baches, auf das rechte Ufer, in den Wald. Anmutiger Weg mit Birken am Anfang. Wir kommen an einem verlassenen Kalkofen und einer Höhle vorbei. Gleich darnach scharf links hinauf zu einem Feldweg, der hübsche Aussicht bietet. Endlich gelangen wir auf die Staatsstraße und mit dieser nach Augustusburg.

Die Stadt ist 505 m hoch gelegen und zählt 2560 Einwohner. Sie wird gern als Luftkurort aufgesucht. Bis zum Jahre 1900 führte sie den Namen Schellenberg, dann nahm sie den Namen der Burg an, die natürlich den Hauptanziehungspunkt bildet.

Im 12. Jahrhundert stand an derselben Stelle die Schellenburg, die 1547 vom Blitze getroffen und eingeäschert wurde. Kurfürst August, gern Vater August genannt, ließ 1568–72 das gegenwärtige Schloß von Hieronymus Lotter, dem damaligen Bürgermeister von Leipzig, im Renaissancestile aufbauen. Lotter ist auch als Erbauer des alten Rathauses und der Pleißenburg in Leipzig bekannt. Wegen der hohen Baukosten fiel er bei dem sparsamen Kurfürsten in Ungnade. Graf Rochus v. Linar führte im Verein mit Erhard van der Meer den Bau zu Ende. Das Schloß hat als Lieblingsaufenthalt verschiedener sächsischer Fürsten glänzende Tage gesehen. Im 30jährigen Kriege wurde es von den Kroaten zerstört. Schlimmer als die Kroaten hausten die Bewohner der Umgebung in dem zerstörten Schlosse. Was nicht niet- und nagelfest war, wurde weggeschafft, so die Bleitafeln des Fußbodens der Galerien, Steine und Balken, sodaß der ganze obere Teil abgetragen wurde. Das jetzige Dach wurde 1800–1802 aufgesetzt. Augenblicklich befinden sich in dem Schlosse das Amtsgericht, die Oberförsterei und das Rentamt. Ein Teil des Schlosses soll als Verkehrsmuseum für das Erzgebirge eingerichtet werden, die vorbereitenden Arbeiten haben bereits begonnen.

Das Schloß liegt auf einem steilen Porphyrfelsen und besteht aus einem mächtigen Viereck, von vier eigenartigen Ecktürmchen gekrönt, und zeigt seine Fronten nach den vier Himmelsrichtungen. Vier Hauptgebäude: Sonnen-, Linden-, Hasen- und Küchenhaus umschließen den Hof.