Der Volksmund rühmte einst von dem Schlosse, daß es soviel Fenster habe, wie das Jahr Tage, soviel Schornsteine, wie das Jahr Wochen, so viel Wetterfahnen, als das Jahr Monate.
Wir betreten das Schloß von Norden her durch den Haupteingang. Eine steinerne Brücke führt über den Graben, der einst Bärenzwinger war. Durch ein wohlerhaltenes Burgtor im italienischen Renaissancestil betreten wir den Schloßhof. Vor dem Schloßtor betrachten wir den Pranger mit dem Halseisen. Der Märchenbrunnen im Schloßhof, vom sächsischen Kunstverein gestiftet, würde an anderer Stelle besser wirken, hier stört er den einheitlichen Eindruck. Vor dem Lindenhaus eine große Linde, deren Krone durch ein Balkengerüst gestützt wird. Sie soll 1421 verkehrt gepflanzt worden sein. Sie hat einen Umfang von 7 m, der Stamm ist aber nur 2,3 m hoch, dann breiten sich die Äste weit aus. 1669 schützte man den Stamm durch eine kupferne Haube vor dem Hohlwerden. In der Schloßkirche, erbaut von Erhard van der Meer, kostbare Gemälde Lukas Cranach des Jüngeren. Das Altargemälde zeigt Vater August und Mutter Anna mit ihren zahlreichen Kindern. Im hinteren Schloßhof der vom Bornhaus geschützte 170 m tiefe Brunnen, 1568–75 von Hans Planer, dem Freiberger Bergmeister für 72000 rheinische Gulden gebaut. Seit 1879 ist er nicht mehr im Betrieb.
Vom Aussichtsturm aus hübsche Aussicht.
Von der Stadt entweder den blau-gelben Marken folgend direkt nach Station Erdmannsdorf, oder mit der Drahtseilbahn hinabfahrend. Man kann den Ausflug sehr lohnend um eine Stunde erweitern, wenn man den Kunnerstein mit besucht.
Vom Restaurant Schloßberg aus die Waldstraße geradeaus, durch die Villenkolonie, die Vater-August-Straße rechts ab zum Waldhaus (Kurhaus und Hotel). Nun die König-Albert-Straße abwärts. An Café Seeliger vorbei. Dann die Zschimmerstraße halbrechts kreuzend, den Waldweg weiter, erst den weißen, dann den rot-gelben Marken nach zum Kunnerstein.
Ein anderer Weg ist folgender: Vor dem Restaurant Schloßberg rechts ab den »Reitsteig-Poetenweg«. An der Waldecke links ein Rainstein. Unter demselben teilt sich der Weg. Wir gehen halbrechts hinab in ein Tal zur Bismarck- und Moltke-Eiche. Den Weg in der alten Richtung weiter, immer den Telephondrähten nach, über die Höhe hinab zum Kunnerstein.
438 m hohe Felsbastei über dem Zschopautale. Restauration. Prächtiger Blick ins Zschopautal.
Nun entweder nach Erdmannsdorf oder nach Hennersdorf, um den Bahnanschluß zu erlangen. Nach Erdmannsdorf wandert man folgendermaßen:
Links die Stufen hinab, den Marken folgend durch den Wald. Bei der Wegteilung rechts fort. Hübscher Blick auf Erdmannsdorf.