Micheele is do!
De Herten sei froh.
Ne Bauer werd leed
Im sei bissel Weed.
In der Geyerschen Gegend singt man:
Micheele is vorüber,
Nu hütt ich nüber und nüber
Kimmt der Bauer un saht mer wos,
Hau ich'n ewos über der Nos'.
In Mildenau und Sehma wird eine ähnliche Strophe gesungen:
Micheele ist vurüber,
Mei Viech ka rüber un nüber,
Mei Viech ka über Kraut un Mährn,
Do ka mer der Bauer en Drack verwehrn.
Schon aus diesen Reimereien klingt die Genugtuung über die erlangte Freiheit deutlich heraus. Die Stimmung ist auch nicht frei von Spott dem Bauer gegenüber. Drastischer äußern sich die »Kühgunge« in folgenden Spottversen, die um Mildenau im Schwange sind:
Holei, holei!
Trebt der faule Kühgung ei,
Trebt er in dan Derfel nei,
Wu de fauln Bauern sitzen
Mitn grußen Zippelmitzen,
Die ne Quark mit Löffeln frassen
Un dos Gald mit Scheffeln massen.
Auch gegenseitig suchen sich die Kühjungen durch das Absingen von spöttischen Verschen zu verhöhnen.
Aus Ehrenfriedersdorf stammt folgender Reim: