Und doch bitte ich Dich, erlasse mir dieses.

Denn sähest Du mich, verlörest Du den Glauben an meine Gegenwart.

Unsichtbar, lieber, geliebter Mensch, hülle ich Dich mit jedem Atem tiefer in meine Gedanken ein. So bin ich Dir nahe. Denn ich durchdringe in Dir Falten, die meine Sichtbarkeit erdrücken würden.

Und auf diese Falten habe ich es in meiner Liebe zu Dir abgesehen. Nicht weil Du Dich mir hingibst, lieber Mensch, lodert in mir eine unendliche Liebe zu Dir. Nicht weil Dich der Boden quält, auf dem Du stehst. Nicht weil Du mich fürchtest, zu mir sprichst, mir opferst, mich rufst, mein Lob verkündest:

Ich liebe Dich, weil ich Dich voraussah.

Ich liebe Dich, weil Du mir gerietest.

Ich nenne Dich vollkommen schön und fürchte die Veränderung.

Darum liebe ich Dich: Ich bin ein Gott, der furchtsam ist aus Liebe. Und todesmutig aus Liebe.

Schön bist Du, weil Du alles bist.

Deine Mattheit kann aufleuchten. Deine Helligkeit aus tiefster Schwärze steigen. Alle Gesetze sind in Dir erfüllt.