„Seht das Wunder dieses Körpers an, und seid voll Andacht. Ihr kränkt die kleinen Glieder, weil Ihr vergeßt, einen Augenblick vergeßt, sechzig Augenblicke, Tage, Jahre lang vergeßt, daß jedes Kind so schön ist wie die Blumen, von welchen Ihr erfuhrt, daß man sie ihrer Schönheit wegen loben müsse.“
„Wir küssen und baden sie.“
„Ihr sollt das Wunder nicht unheilig berühren.“
„Wir küssen es, denn es ist unser.“
„O wartet, daß es EUCH küßt, denn IHR seid sein.“
Siehe, geliebter Mensch, so wären Worte blind aneinander geglitten.
Ich aber liebte Deine schmalen glatten Fußsohlen, die Dich unentwegt über Holz und Stein und Erde trugen, bis Du müde wurdest, auch wenn sie lind von taugelabten Wiesen berührt waren.
Wer wusch sie Dir mit Quellenwasser, mit Saft aus der Zitrone und lauem Milchschaum?
Ich liebte Deine müde gelaufenen Sohlen, die Siegel in den Sand meiner Erde setzten. Das ist Deine Ursprache, Mensch.
In meine Hände mochte ich Deine Füße betten, sie drücken und freigeben und nicht eher ruhen, als bis das Blut wieder ruhig in ihnen fließe.