Unendlich gütig warst Du zu mir, lieber Mensch, als hättest Du geahnt, daß ich in Liebe handelte.
V
Als ich aus meiner Werkstatt Dich entließ, Du mein fertiges Kind, blieb ich mit meinem Flügelschlage ein weniges zurück, Dir Raum zu geben. Mein Schwung hielt inne, und Du entfaltetest Dich. Du wurdest. O Du bliebst eine Pflanze nach Deines Meisters Herzen.
Offen warst Du wie ein Windenkelch im Mittagsleuchten, vollendet wie der Tautropfen, der am Morgengrase hängt, und blendend wie die Sonne selbst und tatest keinem Auge weh. Du warst ein geschlossenes Stücklein Gottes.
Ich aber wollte den Menschen.
Da legte ich Dich, süßeste Beere, buntester Vogel, Falter meines Gartens, auf ein Menschenlager.
Die Buntheit wich von Dir. Dein Singen wurde ein schweres Ringen um Atem. Und Deine Brust hob sich wie eines zu engen Käfiges Stäbe über das Bebende eines Zugvögleins.
Deine Gelenke berührte der Finger des grausamen, wachsam liebenden Gottes.
Ich klage mich an, daß ich Dich Mensch werden ließ.
Und Dich dem Leide weihte.