Sehr bald; — siehst Du die Sonne dort, meine Liebe? — Bald wird sie sinken hinter jenem Berge und dann scheint sie mir niemals mehr.

O, sprich nicht so; nein, o nein! sagte ich.

Weine nicht, sprach sie dann mit freundlicher Stimme, weine nicht; sei glücklich mit mir; denn jetzt bin ich wirklich glücklich, endlich einmal nach langen, langen Jahren.

O, Gott; warst Du es denn nicht immer?

Ich war es nicht. Höre meine Worte; es werden meine letzten sein.

Meine teure, liebe Schwester, sagte ich.

Sie begann:

Denkst Du noch jenes Sommer-Tages, da wir einen Ausflug machten in den Wald? Da war es, daß mich ein edler Mann gebeten hatte, sein Weib zu werden; und bevor ich noch Antwort gab, ja oder nein sagen konnte, kam die Gesellschaft zu uns. Wir gingen nach Hause und in dieser Nacht kämpfte ich einen schweren Kampf mit mir selbst:

Soll ich sein Weib werden? Soll ich an das Haus gebunden sein? Soll ich die vielen, kleinen Dienste tun, — ich, die ich das Größte, Edelste tun wollte? — Was kann das Weib großes tun im Hause? — Der Mann tut das Große außer dem Hause, — soll es nicht auch das Weib können? — Und wahrlich, ich fühlte Kraft genug in mir.

So dachte ich und traf meineEntscheidung. — Du kennst sie. — Ich kam hierher mit hohen Ideen, mit großen Plänen, — ach, sie waren so schön! — Aber es waren die Pläne eines Mädchens.