Des Teufels Braut in der Hölle sollte sie sein, aber nicht meines Königs.

Siegfried aber, unsichtbar durch seine Tarn-Kappe, trat an Gunther hinan, berührte ihn und sprach leise:

Fürchte nichts, Gunther; ich helfe dir; gieb mir den Schild; mache du selbst nur dieGeberden und Bewegungen, während ich gegen sie kämpfe.

Jetzt wickelte Brunhilde den Ärmel auf, und ihr schneeweißer Arm wurde sichtbar. Sieergriff den Speer undschwang ihn mit Macht durch die Luft und warf ihn nach ihresGegners Schild. Das Feuer sprang vom Stahle. Siegfriedstrauchelte und fiel; schnell aber stand er wieder und faßte den Speer und warf ihn zurück auf Brunhildens Schild, daß die Funken flogen und Brunhilde zu Boden sank. Dank euch, König Gunther, rief sie, sprang auf, nahm den Stein, schleuderte ihn hoch in die Luft und sprang selbst darüber hinweg. Doch Siegfried nahm den Stein und warf ihn noch höher, nahm Gunther in den Arm und sprang noch höher und weiter.

Brunhilde staunte über solche Kraft und war bitter, denn sie war besiegt zum ersten Mal, besiegt von Gunther, — so glaubte sie nämlich.

Ja, wenn es Siegfried gewesen wäre, dachte sie, wie froh wäre ich dann! Wie gerne hätte sie ihm den Sieggegönnt. Aber da sie nun Gunther folgen sollte, sagte sie: Nein, ich kann noch nicht, ich muß erst meine Freunde sehen.

Und sie schickte Boten nach allen Seiten, daß die Ritter ihres Landes kämen.

Das bedeutet nichts Gutes, sprach Hagen; die Königin will uns nicht folgen; den Krieg will sie mit uns. Warum läßt sie sonst diese Ritter kommen?

Da kann ich helfen, sprach Siegfried; ich gehe und komme bald zurück mit tausend starken Helden.

Bleib nicht zu lange, sprach Gunther; und Siegfriedzog ab.