Wahrlich, du bist Siegfried! rief der Zwerg. Und nachdem Siegfried ihn losgebunden hatte, lief er zurück in den Berg, wo die Nibelungen auf ihren Betten lagen, und er rief:
Auf, ihr Helden! Eilt zu Siegfried, Euerm Herrn! — undim Nu standen tausend Nibelungen wohlgerüstet da. Alberich führte sie hinaus zu Siegfried.
Siegfried zog mit ihnen ab und kam am nächsten Tage zurück zu seinen Freunden auf der Isenburg. Brunhilde sah die Riesen underklärte, sie wäre bereit, mit Gunther zu gehen.
Bald waren alle wieder auf dem Schiffe und auf der Fahrt nach Worms.
Es war eine freudige Fahrt; mit Tanz und Gesang und Spielverkürzten sie die Zeit. Neun Tage waren sie gefahren und sie näherten sich Burgund. Gunther bat Siegfried, nach Worms voraus zu reiten, sein Glück und seine Ankunft zu verkünden.
Wie glücklich war Siegfried, als er diesenAuftrag hörte. Seine Ungeduld, seineSehnsucht wuchsen, je näher er Worms kam, wo Krimhilde ihn sehnsuchtsvoll erwartete.
Mit vierundzwanzig Rittern ritt er auf Worms zu. Aber bald hörte er aus dem Schlosse lautes Klagen und Weinen, denn die Frauen hatten ihn ohne Gunther kommen sehen.
Als aber Siegfried im Schlosse stand, inmitten der Frauen, als er ihnen erzählte, daß Gunther ihm folge mit seiner Braut Brunhilde, — da verwandelte sich das Weinen in Freude und inJubel, und Krimhilde rief:
O, edler Ritter, dürfte ich euch nur mein Gold geben, als Boten-Lohn! Aber wie könnte ich euch solches nuranbieten?
Und hätte ich dreißig Länder, erwiderte Siegfried, so wäre ich nicht zu stolz, aus eurer Hand das kleinste Geschenk anzunehmen.