Da ließ Krimhilde vier und zwanzig goldeneSpangen mit Edel-Steinen bringen und gab sie Siegfried. Dieser aber verteilte sie wieder unter Krimhildens Mädchen.
Nun laßt uns an den Strom gehen, sprach Siegfried, die Freunde zu empfangen.
Und bald bewegte sich ein langer Zug zum Rhein. Und da die Sonne schien, glitzerte alles von Gold und Juwelen. Hochzu Rosse aber saßen viele Burgunder-Frauen im feinsten Schmucke, und tapfere Ritter führten die Pferde der Edel-Frauen; Orteweinbegleitete die Königin Ute, Siegfried aber führte Krimhildens Pferd am Zügel.
So kamen sie an den Rhein, und bald landeten die Schiffe.
An Gunthers Hand stieg Brunhilde aus dem Schiffe, und ihnen folgten viele Frauen und tapfere Ritter.
Krimhilde eilte auf Brunhilde zu und hieß sie willkommen mit Kuß und Umarmung.
Da sprach wohl mancher Ritter: Nie habe ich zwei Frauen von solcher Schönheit zusammen gesehen.
Doch die Kenner sagten: Krimhilde ist die schönere. — Bald darauf bewegte sich der Zug jubelnd zum Palaste des Königs.
Gunther hatte versprochen, dem tapfern Siegfried seine Schwester Krimhilde zum Weibe zu geben für seine Hülfe im Kampfe; und bevor sie sich niedersetzten zum Hochzeits-Mahle, erinnerte Siegfried König Gunther an sein Versprechen.
Was ich geschworen, will ich halten, sprach Gunther und ließ Krimhilde kommen.