O Gunther, sprach Siegfried, sorget für mein Weib, sie.... Mehr konnte er nicht sprechen. Der tapfere Held hatte geendet und alle Blumen ringsum waren rot vom Blute.

Nun legten sie SiegfriedsLeiche auf einen Schild und trugen ihn nach Worms. Es war spät in der Nacht, als sie ankamen, und Hagen ließ Siegfrieds Leiche vor Krimhildens Thüre legen.

Am Morgen ganz früh da läuteten die Glocken zur Kirche, und Krimhilde weckte ihre Dienerin, daß sie mit ihr zur Kirche ginge. Ach, Königin, rief das Mädchen, hier liegt ein toter Ritter!

Mein Siegfried! schrie da Krimhilde und fielohnmächtig neben die Leiche, und sie erwachte wieder und rief: Siegfried! Siegfried! und brach dann in lauten Jammer aus, und mit ihr klagten der alte Sigismund und alle ihre Freunde.

Siegfrieds Ritter kamen, den Tod ihres Herrn zu rächen. Doch Krimhilde sprach:Vergießet kein Blut, Gott selbst wird uns rächen.

Ein Sarg wurde geschmiedet von Gold und von Silber; Siegfried wurde hineingelegt und in die Kirche getragen. Krimhilde folgte und auch Gunther, seine Brüder und Hagen.

Als die Brüder den großen Jammer der Schwester sahen, da erfaßteReue ihr Herz.

Schwester, sprachen sie, wir haben ihn nicht getötet; dieSchächer haben es getan.

O, ich kenne die Schächer! rief Krimhilde, — kommt her und berühret die Leiche!

Alle taten so; und als Hagen kam, da begann die Wunde zu fließen.