O, ich wußte es, ich wußte es! — er ist der Mörder! schrie Krimhilde.
Tröste dich, Schwester, sprach da jung Giselher, ich will dirersetzen mit meiner Liebe, was Siegfried dir gewesen.
Siegfried ersetzen? rief sie und fiel nieder neben die Leiche; und drei Tage und drei Nächte blieb sie da; und Tag und Nacht kamen auch die Armen, zu singen und zu beten, und Krimhilde ließ Geld verteilen an alle, welche kamen.
Am vierten Tage wurde der Sarg geschlossen und zu Grabe getragen.
Der Zudrang des Volkes war groß und dasSchluchzen tönte lauter, als das Läuten der Glocken und das Singen der Priester.
Noch einmal muß ich ihn sehen, schrie plötzlich Krimhilde, — o, noch einmal!
Man mußte den Sarg wiedererbrechen. Da umschlang sie den schönen Kopf des Toten und küßte ihn und weinte und wollte ihn nicht lassen. Manriß sie zuletzt mit Gewalt vom Sarge und brachte sie in die Burg. Hier lag sie besinnungslos bis zum nächsten Tage.
Der alte König Sigismund brach auf; Krimhilde aber wollte nicht wieder nach Xanten; nahe bei Siegfrieds Grab baute sie für sich eine Wohnung; und mit vollen Händen teilte sie Gold vom Nibelungen-Schatze unter die Armen. Das war ihre einzige Freude.
Herr Meister: Mehr dachte ich für heute nicht zu geben, — und ich fürchte schon, daß dieses zu viel war.
Bella: O nein, Herr Meister. Jetzt bin ich erst begierig nach dem, was nun folgt; denn es kann doch so nicht enden!