Herr Meister: Nein. Dieses war noch nicht die Hälfte. Es folgt nun ein sehr poetischer und interessanter Teil, worin wir besonders viel hören über den bösen Hagen und auch über Krimhilde. Sie wird König Etzel's Gattin und so weiter, und so weiter. Alles dieses ein anderes Mal, nicht heute.
Louis: Wie schade! Ich hätte Ihnen die ganze Nacht zuhören mögen, Fräulein Martha.
Martha Meister: Das ist ja ein großes Kompliment für Vaters Erzählung; ich danke Ihnen in seinem Namen und in meinem eignen.
Bella: Aber was für eine Frau diese Brunhilde war! Das wär'[IV-4] eine Frau für Louis!
Louis: So? Wünschen Sie mir wirklich solch' ein Weib? O, Bella, Bella! — Die Damen sind heute zu grausam mit mir. — Denken Sie nur, Martha, meine eigne Schwester sagte mir vor Abend: Louis, Du bist doch eigentlich gar nichts. Du bist weder ein Mann, noch ein Kind; und kleine Knaben sind so unmanierlich, weißt Du? so roh. — Nun bitte ich Sie, beste Frau Meister, sagen Sie mir doch, sehe ich aus wie ein kleiner, roher, häßlicher, unmanierlicher Junge? Sehen Sie einmal, ich bin beinahe so groß, wie Herr Meister.
Frau Meister: Ihr müßt nicht lachen, Ihr jungen Damen. — Louis, Sie sind ein ganzer Mann.
Louis: Ich danke Ihnen, Frau Meister!
Gretchen: Ha, ha, ha! Sie amüsieren mich sehr, Herr Louis. Ha, ha, ha!
Otto: Darf ich Dir einen Rat geben, Louis?
Louis: Nun, Bruder Otto?