Otto:Widersprich nie den Damen.
Louis: Hm — Ja, Du hältst es immer mit ihnen.
Otto: Und darum geht es mir auch immer so gut.
Bella: Das ist recht! Respekt soll man haben, Respekt vor uns!
Herr Meister: Haben Sie es gehört, mein guter Freund Louis? Wir müssen unsfügen in unser Schicksal; wir kämpfenumsonst dagegen an. Eine neue Zeit ist gekommen. Die früher Herren waren, sie werden nun Sklaven und die Sklavinnen werden zu Herrinnen.
Bella: Die Frauen — Sklavinnen? Das ist wohl nur Phantasie, Herr Meister!
Herr Meister: Keine Phantasie, mein Fräulein, sondernWirklichkeit.
Gretchen: Aber, Papa, war denn das Weib eine Sklavin bei Griechen oder Römern?
Herr Meister: Nein, mein Kind, sie war nicht Sklavin, aber sie war die erste Dienerin des Mannes. Was schön und was wahr ist, das haben uns wohl die Völker desAltertums gelehrt; aber das Weib zu ehren, — nicht. Es war erst ein christlicher Dichter, welcher sang: »Ehret die Frauen, sie flechten und weben himmlische Rosen ins irdische Leben.«
Gretchen: Willst Du damit sagen, Papa, daß erst mit dem Christentume eine bessere Zeit für die Frauen begonnen hat?