Frau Meister: Welch' freudige Überraschung!

Herr Meister: Eine Komödie in der Tat?

Herr von Halsen: Zuvor aber muß ich den beiden Herrenmeinem Versprechen gemäß einiges mitteilen über die Aussprache des Deutschen.

Ich hatte das Glück, bei meinem Studium der deutschen Sprache Herren als Lehrer zu haben, welche besonders großen Wert auf eine reine, vollkommene Aussprache legten. Fürchten Sie nicht, meine Damen, daß ich zu lange sprechen werde; von den vielen, vielen Regeln werde ich für diesen Moment nur einige der wichtigsten wählen.

Vor allem sprechen Sie mit den Lippen — gebrauchen Sie die Lippen viel und zwar so, daß die äußerenRänder sich berühren; doch immer sei die Form des Mundes schön.

Im Deutschen haben wir zwei Arten von »a«.

Denken Sie einmal, Sie wären im Theater und Sie wären etwas zu frühe gekommen. Die Lichter sind klein und es ist noch recht dunkel; mit einem Mal wird das Haus voll erleuchtet und von der Gallerie tönt wie aus einem Munde ein überraschendes »a——h!«

Das ist genau das deutsche lange »a«, das »a« mit dem Hauch, mit der Aspiration.

Das zweite »a« aber ist das »a«, das Sie beim Lachen hervorbringen: ha ha, ha ha ha. Dieses ist das kurze »a«, es entsteht durch den Druck, durch Pression.

Gehaucht wird das »a« (lang) vor einem Konsonanten, hervorgepreßt (kurz) aber vorzwei[VIII-2] Konsonanten.