»A« ist gehaucht in »sage«, »habe«, »male«, »Knabe«, »Vater«; denn »a« ist vor einem Konsonanten.
»A« wird hervorgepreßt in »halte«, »lasse«, »danke«, »kalt«, »Satz«; denn »a« ist vor zwei Konsonanten.
So haben wir auch zwei »e«, ein gehauchtes und ein gepreßtes; gehaucht vor einem, aber gepreßt vor zwei Konsonanten. So haben wir zwei »i«, zwei »o«, zwei »u«, zwei »ä«, zwei »ö«, zwei »ü«.
Das deutsche »au« gleicht dem englischen "ou" in "mouse", "house". Das deutsche »äu« und »eu« dem englischen "oy" in "boy", "annoy". Das deutsche, »ei« dem englischen "i" in "idle", "fine".
Wollen Sie das deutsche »ü« oder »ö« aussprechen, so formen Sie die Lippen so, als wollten Sie pfeifen; und gebrauchen Sie die Oberlippe mehr, so entsteht das »ü« und lautet wie «u» im Französischen «rue»; gebrauchen Sie die Unterlippe mehr, so entsteht das »ö« und lautet wie das französische "eu" in "amateur" — aber bei dem »ü« ist die Öffnung des Mundes noch kleiner, als beim »ö«; »ä« lautet ähnlich dem Tone, den das Lämmchen hervorbringt in »bl——ä«.
Hüten Sie sich, das deutsche »u« zu sprechen wie Sie es tun im englischen Worte "use" das ist nicht deutsch und klingt unschön. Sprechen Sie das »u« wie "oo"[VIII-3] in "moon".
Im Deutschen trennen wir Silben nicht wie im Englischen. Im Englischen sagen Sie "Jan—uary", im Deutschen sagen wir »Ja—nuar«; im Englischen sagen wir "min-ute" im Deutschen sagen wir »Mi—nu—te«.
Im Deutschen beginnen wir die Silben mit Konsonanten, wo immer estunlich[VIII-4] ist. Also, »sa—ge«, nicht »sag—e«; wir sprechen »ma—len«, aber nicht »mal—en«; »hö—ren«, nicht »hör—en« und »schrei—ben«, nicht»schreib—en«.[VIII-5]
Der Accent bei »sage« ist auf »sa«, nicht auf »ge«; in »malen« auf »ma« und nicht auf »len«; sprechen Sie[VIII-6]» sa 'ge, ma 'len, hö 'ren, schrei 'ben«.
Sprechen Sie in diesen Wörtern die erste Silbe recht energisch und schön aus und dehnen Sie die letzte nicht lang.