Vierundzwanzig Jahre war sie alt, da lag sie im Sarge, wie ein Engel zu schauen.

Der Kaiser selbst und die Edelsten des Reiches trugen denSarg zu Grabe.

Wie damals, so spricht man noch heute im Thüringer-Lande von der heiligen Elisabeth.

Martha Parks: Ich höre Dir so gerne zu, Martha; Du auch, Albert?

Dr. Albert: Ja, Schwester, mir geht es wie Dir.

Herr Meister: Es ist schade, daß Louis es nicht gehört hat. Er hat großes Interesse für solche Erzählungen.

Bella: Ja, das ist auch wahr; wo ist Louis? Ist er noch nicht zurück? — Sie lächeln, Herr Doktor! — Ah — da ist ein Komplott im Werke gegen uns. — Gretchen, merke, was ich Dir sage, und der Herr Doktor weiß auch darum. Was ist es, Herr Doktor? Sagen Sie es mir, ich bitte. Sie sind immer so gut.

Dr. Albert: Mein verehrtes Fräulein, ich danke Ihnen für Ihre gute Meinung, und ich versichere Sie, daß ich mich bemühen werde, mir dieselbe zu erhalten. Aber ich bitte Sie, mich für einige Momente zu entschuldigen, da ich Ihnen von Tannhäuser erzählen möchte; und wenn ich das jetzt nicht thue, dann werde ich es vergessen.

Gretchen: Ist das derselbe Tannhäuser, der in Richard Wagners Oper vorkommt?

Dr. Albert: Es ist derselbe. Wenn Sie auf der Wartburg stehen und hinaus sehen in die Landschaft, dann sehen Sie den Venus-Berg, als den schönsten unter allen anderen. In diesem Berge ist die Frau Venus, die schönste Frau auf Erden, und Tannhäuser, der tapfere Ritter, wohnte im schönen, weiten Palaste bei ihr. Was sein Herzbegehrte, wurde ihm erfüllt; und dennoch war er nicht glücklich, und sprach zu Frau Venus: