»Du kannst noch fon Glik sagn,« sagte der Kutscher. »Wir lißn den altn Zicero in seinen Kefig, weil er krank wahr, aber wi bis du hineingekommen?« Ich erzehlte ihm, das ich etwas aufmachte, was ich fir eine Thir hilt, ich drehte einen Griff um un machte die Thir auf un hinter mir wider zu — es war eine Schibthir un ich legte mich ganz ruig nider. Dann erzehlte er mir, das er den Lewen brilln herte un beim zurikschaun mich im Kefig sah un zutot erschrokn wahr. Er holte mich, so schnell er nur konnte, heraus; er mußte den Lewn mit seiner Peitsche prigln. So fuhr ich also mit ihm auf dem hoen Kutschbok bis zu der nechste Schtadt un dann gab ich das Zirkußgeschefft foller Ekkl auf.
Ich kam schpet nachmitag mid un mit Fußschmerzn zuhaus an. Die Leite warn erfreit, ihren schlechtn Jungen wider zurik zu sehn. Sie emfingen mich, wi den ferlornen Sohn. Es war kalter Schinkn da, gebakne Erdepfl un Waffln mit Sirupp zum Tee. Ich glaub, es hat mir noch nie so gut geschmekt. Unser Haus is ein sehr angenemes Haus un mir scheint, es ligt mir nich mehr sofihl dran, auf den Kopf fon meinen Fater zu schtehn, wi früer. Pianofor hat Recht:
Die abgeschepffte Milch als Sahne sich ferschtellt —
Es sind die Dinge nie wofir der Mensch sie helt.
[Er wird enterbt]
Onkel Samson is zu Besuch bei uns; er is gans alt un schwach un greßlich schpaßig, nur sagt Mamma, ich darf es nich sagn, das er schpaßig is, weil er reich is un ein alter Jungesell un kann sein, das er mir sein Geld hinterleßt, wenn ich braf bin solang er hir is. Ich weiß, was ich thu, wenn er schtirbt un mir sein Geld hinterlaßt. Ich kaufe mir dann das Poni fom Fleischer! Ich winsche er mechte sich tummeln un schterbn, weil Bobs Fater dafon geschprochn hat, das Poni zu kaufn. Er hat einen ganz kaalen Flek iber dem ganzn Kopf un is so taub, das man schrein muß, wi eine Lokermotiwfeife damit er einen hert oder man muß ganz na zu ihm hingehn un in seiner Ohrtrompete hineinschrein. Unser Lehrer hat erzehlt, wir habn Trommln in die Ohrn, aber Onkl Samson muß eine Trompete habn, weil seine Tromml schon hin is. Sie is dinn auf den einen End un dik auf den andern un wi ich in der Schule ging, redete ich ein bischen henein: »Onkl bis du wirklich zäh?«
Er schien erschtaunt. »Was meins du, mein Kind?« fragte er. »Weil Elsbett sagt du bist so zäh, wi die Rinde fon einen Baum, aber es gibt doch auch Rinde di fon selbs aufspringt. Ich mechte gern einen Doller habn, um Willi Wilke seinen Eilwagn abzukaufn, damit ich der Kechin Schpehne nachaus bringen kann, un sie das Unterzindholz erschpart.« Anschtatt mir dem Doller zu gebn machte er ein finstres Gesicht un sagte: »He? He? deine Schwester sagt, ich bin zäh? So, so! Warte du Schlange! Ich wollte ihr ein hibsches Seidnkleid schenkn, aber jetz wer ich mirs noch iberlegn. Leute di kein Geld habn, glaubn immer, die andern die es habn, missn damit herumwerfn, wi wenn es Wasser wär.«