Er schnarrte un brummte noch fort un gukte dabei durch seine Brilln auf mir wi wenn ich ausgeschtellt wer aber den Doller gab er mir nich.

Weil ich firchtete er is bös, wollte ich ihm wider fergnigt machn un sagte durch der Trompete: »Mamma hat gesagt, mach dir nichs draus, Elsbett, wenn dein Onkl ein Geizkragn is, umso besser fir uns — es wird mehr Geld fir uns ibrig bleibn, wenn er es nich verschwendert —« aber er wahr so schlecht aufgelegt, das es ganz so wahr, wi wenn man eine Katz nach der ferkehrte Seite schtreichlt — er schprang auf, humplte herum un brummlte etwas zu sich selbs, so das ich froh war wegzukommen un ich nahm mein Früschtik un ging bein Deppo forbei in der Schule um zu sehn, was bei der Eisnbahn neies gibt.

Wi ich aus der Schul nachaus kam, pakte mich Mamma bei der eine Axl, Elsbett bei der andre un fragtn mich was ich dem Onkl erzehlt hab, das er den ganzn Tag so zohnig war. Ich sagte ihnen, sie solln nich besorgt sein, ich hab ihm gar nix erzehlt. »Du mußt ach gebn, Schorschi,« sagte Mamma, »oder du wirs wider was anschtelln. Pst! mach keinen Lerm, er schleft auf dem Diwan im Wohnzimmer, lauf henaus un schpile un sei ein brafer Junge.« Ich tat, was sie sagte, wi es sich fir kleine Jungen gehert. Wi ich im Hof hinauskam bemerkte ich, das das Wohnzimmerfenster offn wahr. Ich schlich leise hin un gukte henein. Seine Augngleser lagn am Fensterbret. Ich probihrte sie nur ein bischen Karo auf, weil ich wissn wollte, ob ein Hund durch Brilln besser siht, aber er schprang damit iber dem Zaun, weil er eine Katz herte un wi er zurikkam, o Godt! wo warn die Augngleser? Ich traute mich nich iber dem Zaun, sie zu suchn, weil Hansis Mutter eine geladne Pestole hat, um mich zu erschißn, wenn sie mich siht. Sie warn mit Gold eingefaßt, un es tat mir sehr leid, das Karoh sie ferlorn hadte. Hunde denkn doch nie dran, wi fihl Geld die Sachn kostn! Der Onkl schlif ruig weiter mit den Mund offn un machte einen Lerm, wi wenn sein Schlund eine Flasche wer, aus der Wasser herausrinnt un hate ein großes rotes Saktuch ibern Kopf.

Es wahr eine sehr große Fersuchung fir mir, zu probihrn, ob mein Fischzeig lang genug is, um bis zum Diwan zu reichn — wirklich ich mußte es probihrn — un so schteckte ich eine Brummflige auf der Angl un hilt sie aus Schpaß iber dem Mund fom Onkl. Ich hoffte nich das ich einen Fisch fangen wer — im Ernst nich — aber der Arm wurde mir ganz mid, weil ich den Schtekn haltn mußte un aus Fersehn kam ihm der Hakn im Mund un grad da nißte er im Schlaf un machte den Mund zu. Ich probihrte sehr langsam den Hakn herauszuzihn — aber das abscheiliche Ding wollte nich nachgebn — nur mein Onkl gab nach, weil ich zuletz so erschrokn wahr, das ich so fest zog, bis er fom Diwan henunterfihl. Oh, wi er krisch! Ich liß dem Schtock falln un flog wi der Blitz hinaus zu der Scheine, wo ich mich im Hei ferkroch, das mich niemann fir langer Zeit findn konnte.

Es wahr schon finster, bis ich enlich in der Kiche ging. Die Kechin rihrte grad Haferschleim um auf den Herd. Wi sie mich bemerkte, schaute sie mich an, wi wenn sie mich durchbohrn mecht.

»Oh du grausamer godtloser Junge!« sagte sie, »wi kam es dir nur im Kopf deinen Onkl so mitzuschpiln? Er kann schterbn, der Dokter hadte genug zu tun, es aus der Zunge hinauszuschneidn un sie is so wund un weh, das er wochn un wochn lang nur fon Haberschleim wird lebn missn, un so alt un schwach, wi er is, kann er schterbn, fon die Folgn deiner Grausamkeit.«

»Brigitt,« sagte ich in fertraulichn Flistern, »wenn ich den Fleischer sagt, mein Onkel schtirbt, glaubs du, das er das Poni noch ein par Tage fir mich aufhebt?«

Sie hilt eine Weile die Hende in der Hehe, dann setzte sie sich un lachte un lachte.