»Schorschi du bist erger wi ein Kannebahle!« sagte sie.
Ich glaube es war herzlos fon ihr, so zu lachn, wenn mein Onkl krank im Haus ligt, aber manche Leite habn gar kein Gefihl.
Es is schon ein par Tage seit mein Onkl fon den Fischhakn in seiner Zunge krank wurde; der Dokter sagt, es geh' ihm schon besser. Elsbett sagt, er is withend auf mir. Heute, wi er schon aufsitzn konnte, wollte er ein neus Testerment machn. Er ferlangte Papir, Dinte un seine Augngleser. Ich hadte Betti in Hansis Gartn hinibergeschikt, sie aufzuklaubn, aber beide Gleser warn herausgegangen un ich nahm deswegn di Gleser aus dem Augnglas fon meiner Schwester, die kurzsichtig is, un machte die Brille fom Onkl wider forziglich gut. Ich traute mich nich in sein Zimmer, weil er noch immer zohnig auf mir wahr, aber ich war so engslich wegn den Poni, das ich mir dachte, ich muß das Testerment hern, ob ich der Erbe bin oder nich un ich schlipfte hinter Betti henein, wi sie seinen Haberschleim heneintrug und kroch so leicht unters Bedt wi nix un wi ich eine Weile dort gelegn war, kam Herr Notahr Grau un sie ferschperrtn di Thire, riktn den Tisch zu den großn Fotell beim Bedt un schtelltn die Tinte un einen großn Bogn Papir drauf; dann setzte sich mein Onkl die Augngleser auf un filleich in einer Menute seifzte er schreklich un sagte: »Mein Augnlicht is genzlich weg! Was soll ich anfangen? Dise Gleser paßtn mir fortrefflich — ich konnte durch ihnen sehn so klahr wi der Tag un jetz is alles trib — ein Nebl! Oh Godt! Der Schlag den mir der schlechte Junge fersetzte muß mein Augnlicht zerschtert habn! Ich bin schtokblind. Oh Godt!«
»Kann sein, das die Gleser nich rein sind,« sagte der Notahr. »Ich will sie putzn, Herr Samson.«
Also putzte er un putzte aber mein armer Onkl konnte nich besser sehn.
»Das is ein harter Schlag,« sagte er. »Ich werde dem jungen Schurkn ohne einen Heller abfindn. Auch meine Schwester, die Heichlerin — mich einen Geizhals zu nennen! — soll nich einen Cent bekommen. Auch Fräuln Elsbett nich, meine Nichte weil sie gesagt hat, das ich zeh bin. Ja, Notahr, ich habe mich entschlossen, mein Geld dem Fersorgungshaus fir bejahrte Leite zu fermachn. Keiner fon den Hackers soll einen Doller dafon berihrn. Ich wahr zuers ganz eingenommen von den kleinen Burschn, aber er is genzlich ferdorbn — er wird noch einestags im Gefengnis kommen — Geld wirde ihm nur ferderbn. Er hat runde hundert 1000 Fund ferlorn durch seine Schpeße mit seinen altn Onkl.«