Das is seine Schwester.
Sie wahr so wild wi eine Humml und ferplauschte sich das sie den Brif gelesen hadte un so ein Schkandal war noch nich da. Sie is bös auf Susann. Susann is bös auf sie, un beide sin bös auf mich. Medchen sin immer bös aufeinand, wegn irgend was. Ich glaub schon gar nich mehr, das ich noch ein brafer Jung wern kann. Ich wer greßlich froh sein, wenn ich einmal groß bin.
Ich glaube aber nich das ich eimal heiratn wer.
Jungen die Schwestern habn, wissn fiel zu fiel. Diese Medchen, welche schpet am Nachmittag in Sallohn henunterkommen sin nich diselbn die ich immer obn in ihrn Zimmer sehe, eingewiklt in ihre Frisihrmentl, die par Haare rikwerts am Kopf zu einen Knotn zusammgewiklt un di Haarwikl herausschtehn wie Herner, wenn sie sich das Gesicht mit Budtermilch waschn un mir schaffn ich soll ihnen die Zeitung heraufbringen.
Ich mechte nur wissen was sie mit alle dise Zeitungen machn? Kann sein sie machn sich ein Sammelbuch. Ich hab mir eins gemacht. Es is hibscher wi mein Tagbuch, foll fon schpaßge Sachn. Ich hab die Bilder zun heneinpickn aus Papas Bicher in der Biblotek herausgeschnidtn. Er weiß es aber noch nich. Die machn mein Sammelbuch greßlich hibsch. Man mechte lachn, wenn man eins siht, das ich gestern herausgeschnittn hab.
Es wahr ein Bub unter einen Tisch. Er zwikt den Ferehrer fon seiner Schwester mit der Zuckerzange in Fuß un alle schpringen in der Hehe — so eine Beschehrung! Ich werd es auch machn. Morgn kommt Herr Prim zu uns zum Essn. Ich herte Papa zur Mamma sagn er wolle fersuchn ihm das Haus un Grundschtick in der Schmidtschtraße zu verkaufn. Er is so ein Schtock — grad der passenste es zu probihrn.
Die Kechin wahr schreklich widerlich, weil sie ein feines Midtagmahl herrichtn sollte. Sie wollte mir die Masche nich bindn un liß mich nich in der Kiche henein, wi die Sachn fertig warn. Un justament will ich in der Kiche sein du heßliches altes Ding! sagte ich. Ich schtellte mich, wi wenn ich henibergehn wollte zu Henschen aber ich tats nich un ferschtekte mich in der Schpeiskammer hinter der Thir. Zimlich bald kam sie herein mit so einer Woschingtn Torte di so gut sin wenn sie grad fertig sind lauter Krehm inwendig un lauter Schichtn fon Kuchn mit Krehm dazwischen bis obn henauf un sie schmiß sie aufn Tisch und brummte: »So will ich hoffn, das wird der gnä' Frau eimal recht sein.«
Dann ging sie henaus un ich blib ganz ruig wi eine Maus, bis sie draußn wahr. Unsre Schpeiskammer hat ein Fenster. Ich schtellte die Torte henaus auf dem Gesims, kledterte henaus, pakte sie un machte mich auf un dafon. Ich ferschtekte sie im Holzschupfn, holte Hansi un sie schmekte uns ausgezeichnet. Wi schon nichs mehr da war, wischte ich mir den Mund ab un ging in Sallohn, wo alle wahrn.