Der Kohlenverbrauch der Dampfer des Lloyd belief sich 1881 auf 164000 t à 1000 kg[214].

Wie groß der Verbrauch an Nahrungsmitteln auf den Lloyddampfern im Jahre 1881 gewesen, erhellt aus folgenden Angaben. Es wurden konsumiert:

Fleisch 1840000 Pfund,
Fische, frische   37500
Geflügel   31600 Stück,
Kartoffeln   34500 Ctnr.,
Käse   30900 Pfund,
Melis-Zucker  105300
Milch, kondensierte   70600 Büchsen,
Roggenbrot  418500
Schnittäpfel   36300
Sauerkohl  201500
Schinken    3350 Stück,
Thee    7850 Pfund,
Wurst   12200
Wild     250 Stück,
Weizenzwieback und
Cakes
 216100 Pfund.
u. s. w.

Der Verbrauch an Getränken betrug u. a.:

Champagner 1⁄1 Flaschen   4500,
1⁄2   3000,
Medoc 1⁄1  60000,
St. Julien 1⁄1  42000,
Geisenheimer 1⁄1   6600,
Cognac 1⁄1   5000,
Rum 1⁄1   5000,
Genever 1⁄1  11000,
Culmbacher Bier ½  44000,
Lagerbier 1⁄1 530000,
Bayerisch-Bier, Schoppen 250000,
Selterswasser 1⁄1 Flaschen  40000,
Apollinaris 1⁄1     15000[215].

Neuestens ist dem Norddeutschen Lloyd der subventionierte Postdampferdienst des Deutschen Reichs zur Vermittlung des Verkehrs mit Ostasien (mit Anschlußlinie nach Korea und Japan) und mit Australien (mit Anschlußlinie nach den Samoa-Inseln) unter Errichtung einer Zweiglinie von Triest über Brindisi nach Alexandrien seitens der deutschen Regierung übertragen worden. Für diese Linien wurden sechs neue Dampfer eingestellt, von denen drei für die ostasiatische und die australische Hauptlinie und drei für die ostasiatische und australische Anschlußlinie bestimmt sind. Sämtliche Schiffe wurden bei der Maschinenbau-Aktien-Gesellschaft „Vulkan“ in Bredow bei Stettin gebaut. Die für die Hauptlinien bestimmten Dampfer „Preußen“, „Sachsen“ und „Bayern“ haben eine Tragfähigkeit von 3600 t, sowie eine Geschwindigkeit von 14 Knoten. Die Dampfer der Anschlußlinien, „Stettin“, „Lübeck“ und „Danzig“, besitzen eine Tragfähigkeit von 1550 t und eine Geschwindigkeit von 12½ Knoten. Sämtliche sechs Dampfer sind außerdem mit allen für die Fahrt in den Tropen erforderlichen und empfehlenswerten Einrichtungen versehen, sowie mit dem größten Komfort für die Passagiere ausgestattet, so daß sie in ihrer Konstruktion und Einrichtung den auf denselben Linien laufenden Postdampfern anderer Nationen nicht nur nicht nachstehen, sondern dieselben übertreffen. Auch die älteren Dampfer, welche in die neuen Linien eingestellt wurden, sind durch Dampfsteuerung, elektrische Beleuchtung, Eismaschinen neuester Konstruktion, vorzügliche Ventilation u. s. w. aufs sorgfältigste für die Tropenfahrt eingerichtet.

Einschließlich dieser sechs neuen Dampfer sowie der drei neuen Schnelldampfer für die transatlantische Route („Aller“, „Trave“, „Saale“), erreicht der Brutto-Raumgehalt der Dampfer der Gesellschaft rund 150000 t, so daß der Norddeutsche Lloyd, abgesehen von der englischen Peninsular and Oriental Steam Navigation Company und der französischen Gesellschaft Messageries Maritimes unter allen Dampfergesellschaften der Erde die erste Stelle einnimmt.

Die Hamburg-Amerik. Paketfahrt-Aktiengesellschaft[216] verdankt ebenso wie der Bremer Lloyd ihre Entstehung der Energie einiger Kaufleute.

Die Herren Adolf Godeffroy, Ernst Merck und F. Laeisz waren es, welche, von der Einsicht durchdrungen, daß die in Hamburg vorhandenen Verkehrsmittel zur Verbindung mit den Vereinigten Staaten von Amerika dem rasch wachsenden Personen- und Warenverkehr dahin nicht mehr genügten, am 7. Mai 1847 die Hamburg-Amerikanische-Paketfahrt-Aktiengesellschaft ins Leben riefen.