„Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens nur Gutes hervor“ — nicht halb Gutes, nicht verblümtes verkleistertes, vergoldetes Gutes, noch weniger Böses; denn von alle diesem ist nichts darin.
„Ein guter Baum kann nur gute Früchte bringen;“ es wirkt kein schlechter Saft in ihm. Aber er thut dabei nur, was seine Natur mit sich bringt; und er thut es stille, geräuschlos, ohne besonderes Aufsehen. So auch der gute, der in Liebe wahrhaftige Mensch! Ihm ist es eben so natürlich, mit Freiheit die Wahrheit zu thun, als es dem Lichte natürlich ist, zu leuchten. Beide verfahren dabei kunstlos; das Licht thut es, weil es nicht anders kann; der gute Mensch kann nicht anders, weil er nicht anders will.
Selig sind, die eines solchen reinen Herzens sind!
Aber es giebt auch eine Kehrseite dieser Sache. Nicht selten trifft man Menschen, welche „einen bösen Schatz in ihrem Herzen“ tragen; Menschen, welche Jesus mit schlechten Bäumen vergleicht. Sie können keine gute Früchte bringen, weil sie nicht wollen. Woher dieses? —
Wahrhaft und wirklich entgegengesetzt ist der Wahrheit weder der bloße Mangel derselben, noch der Irrthum oder Schein das Wahren, sondern die Lüge, als positive, wirkliche, freiwillig erzeugte Unwahrheit.
Mit dem Geiste der Lüge ist der Geist der Wahrheit schlechterdings unvereinbar; beide sind und bleiben ewige Feinde.
Wenn sich aber Wahrheit mit Liebe paart, so fordert es die Natur der Sache, daß mit der Lüge nur der Haß einen innigen, treuen Bund schliessen könne.
Ein Leben in Lüge durch Haß ist „ewiger Tod“, ist satanische Existenz. — Auch diesem Zustande kann der Mensch sich nähern.
Doch treten die Gegensätze der wahrhaftigen Liebe und der gehässigen Lüge nicht immer so rein ins Leben. Vielmehr berühren sich auch hier die Extreme, und es entsteht eine Mischung ungleichartiger Dinge, so daß