13.
An Messer Luigi del Riccio in Rom.
[Rom, 1542.]
Dieses [Madrigal] habe ich vor längerer Zeit nach Florenz geschickt. Nun ich es umgearbeitet habe, sende ich es Euch, damit Ihr, wenn es Euch so beliebt, es den Flammen gebet, denen, meine ich, die mich verzehren. Noch bitte ich Euch um eine andere Gnade. Ihr sollt mich nämlich von einem Zwiespalt erlösen, in den mein Geist heute nacht geriet. Denn als ich unsern Liebling im Traum grüsste, schien es mir, als ob er mit einem Lächeln mir drohte. Da ich nun ungewiss bin, welcher der beiden Gebärden ich glauben soll, so bitte ich Euch, fragt ihn selbst; und wenn wir uns am Sonntag wiedersehen, lasst es mich wissen.
Ich bleibe, Euch stets verpflichtet, der Eurige.
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14.
An Messer Luigi del Riccio, meinen Freund oder vielmehr verehrungswürdigen Herrn, in Rom.
[Rom, 1543.]
Mein lieber Messer Luigi! — Ich weiss, dass Ihr im Zeremonienwesen ein ebenso vollendeter Meister seid, als ich darin untauglich bin. Ich habe nun von Monsignor di Todi das Geschenk erhalten, von dem Euch Urbino berichten wird, und da ich glaube, dass Ihr mit Seinen Gnaden befreundet seid, so bitte ich Euch, danket ihm in meinem Namen mit den Zeremonien, die Euch leicht, mir aber schwer fallen. — —