Euer Michelangelo Buonarroti.
15.
An Messer Luigi del Riccio.
[Rom 1545.]
Unser toter Freund redet und spricht: Der Himmel nahm allen Menschen der Welt ihre Schönheit und schenkte sie mir allein. Durch göttliches Gesetz werde ich am Tage des Gerichts auferstehen, wie ich im Leben war. Darum kann der Himmel die Schönheit, mit der er mich begabt hat, jenen nimmer wiedergeben, denen er sie raubte, und so muss ich in Ewigkeit schöner bleiben als alle, und alle anderen hässlich.
Diese Auffassung ist das Gegenteil von der, die Du mir gestern auseinandersetztest und ist die rechte, jene aber ist ein Gefabel.
Euer Michelangelo Buonarroti.
16.
An Vittoria Colonna in Rom.
[Rom 1545.]